Ardagger

Erstellt am 12. Juli 2016, 05:17

von Wolfgang Kapf

Kollmitzberg hat Chronik. Das von Historiker Heimo Cerny verfasste Buch „Kollmitzberg – Rückblick, Einblick & Ausblick“ wurde am Freitag in der Kollmitzberger Kirche vorgestellt.

Bei der Präsentation des Buches über Kollmitzberg (v.l.): Autor Heimo Cerny, Hannes Pressl, Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer und Ortsvorsteher Hans Berger. Foto: Wolfgang Kapf  |  Wolfgang Kapf

Zur Einstimmung für die Buchpräsentation interviewte Bürgermeister Hannes Pressl vier – auch im Buch vorkommende – Personen über ihre unterschiedlichen Blickwinkel zu Kollmitzberg.

Besiedlung 3000 vor Christus belegt

Hilde Umdasch erzählte von ihrem Urgroßvater Stefan Hopferwieser, der 1839 in ärmlichen Verhältnissen am Kollmitzberg geboren wurde und dann als Zimmermann 1868 in Amstetten den Grundstein zur heutigen weltweit tätigen Großfirma „Umdasch Group“ legte.

Landwirt Karl Amon aus Innerzaun berichtete, wie er vor etwa 15 Jahren beim Steinklauben am Acker ein Steinbeil gefunden hat, das die Besiedlung von Kollmitzberg bereits 3000 vor Christus belegt.

Adi Mayer brachte Kindheitserlebnisse aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und Waltraud Kamleitner erinnerte an ihren Vater, der letzter Wirt im ehemaligen Gasthaus Steinbauer an der Donau war.

Kirtag wurde um ein paar Jahre „älter“

Autor Heimo Cerny bot dann in Form einer Powerpoint-Präsentation einen Schnelldurchlauf durch sein 191 Seiten umfassendes, reich bebildertes Buch. Er spannte den historischen Bogen vom germanischen Kultplatz mit Hexen- und Schalsteinen bis herauf zu seinen Gesprächen mit Zeitzeugen.

Zur ersten urkundlichen Erwähnung von Kollmitzberg (damals: „Calmunze“) aus dem Jahre 1135 stellte er fest: „Die Kollmitzberger können stolz auf diese Klosterneuburger Urkunde sein. Sie ist von Leopold III., dem heiliggesprochenen Landespatron von NÖ“ unterzeichnet!“

Im Kapitel „Ottilienberg“ ist die Geschichte der Heiligen Ottilie, der Augen- und Kirchenpatronin, beschrieben. Sie wurde als Tochter eines heidnischen Fürsten geboren und durch die Taufe sehend.

Cernys Nachforschungen für sein Buch ist es übrigens zu verdanken, dass der Kollmitzberger Kirtag um ein paar Jahre „älter“ wurde. Da der Historiker in Seisenegg eine entsprechende Urkunde aus dem Jahr 1516 fand, wird heuer der 500. Geburtstag gefeiert!