Erstellt am 15. März 2016, 03:34

von Sabine Hummer

Probleme der Bauernschaft: „Von fairen Preisen profitieren alle“. Bundesrat Pum lud zum Kooperationsgespräch Wirtschaft-Landwirtschaft.

Bundesrat Andreas Pum (l.) und Landeskammerrat Rudolf Graf (r.) statteten der Firma Max Lochboden mit Markus und Elisabeth Schweinschwaller einen Besuch ab, um den Betrieb zu besichtigen und vor Ort bei einem Pressegespräch zum Thema »Landwirtschaft und Wirtschaft im Spannungsfeld der Märkte« zu diskutieren. Foto: Sabine Hummer  |  NOEN, Sabine Hummer
Derzeit bekommen auch viele Produktionsbetriebe, die eng mit der Landwirtschaft zusammenhängen, die massiven Probleme der Bauernschaft zu spüren. Aus diesem Grund lud in der Vorwoche Bundesrat Andreas Pum gemeinsam mit Landeskammerrat Rudolf Graf zum Pressegespräch auf das Gelände der Firma Max Lochboden in Haidershofen ein.

„Hochangespannte Situation in der Landwirtschaft“

Nach einer Betriebsführung, bei der Firmenchef Markus Schweinschwaller über die breite Produktionspalette des Betriebes informierte, wurde über das Thema „Landwirtschaft und Wirtschaft im Spannungsfeld der Märkte“ diskutiert.

„Die derzeit hochangespannte Situation in der Landwirtschaft, die mit katastrophalen Preisen zu kämpfen hat, schlägt sich natürlich auch auf die regionale Wirtschaft nieder. Ein landwirtschaftlicher Betrieb schafft drei bis vier Arbeitsplätze im ausgelagerten Bereich“, zeigte Pum die gegenseitige Abhängigkeit von Wirtschaft und Landwirtschaft auf. Landwirte investieren jeden Cent, den sie verdienen. Ohne Einkommen, die sich in den letzten vier Jahren im Minusbereich befinden, sei das nicht möglich.

Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft wurde auch der Druck auf den Traditionsbetrieb Max Lochboden größer. „Mit 1. März haben wir die Sparte Güllegruben an die Firma Hörmann verkauft, da eine Wettbewerbsfähigkeit nur durch große Investitionen möglich gewesen wäre. Durch unser zweites Standbein mit Hochbeeten sehen wir aber dennoch positiv in die Zukunft“, sagt Markus Schweinschwaller.

Regionale Produkte sichern Arbeitsplätze

Um auch der Landwirtschaft eine Zukunftsperspektive zu geben, fordern Pum und Graf ein Paket, das dem aktuellen Dumpingpreis-Trend entgegenwirkt.

„Wir fordern vernünftige Preise und verpflichtende Herkunftsbezeichnungen, vor allem in der verarbeitenden Produktion wie in Gasthäusern und Kantinen. Der Konsument soll entscheiden können, woher sein Schnitzel kommt“, setzen die Bauernvertreter auf Bewusstseinsbildung.

„Von fairen Preisen profitieren im Endeffekt alle. Nur mit dem Kauf regionaler Produkte sind Tierschutz, Naturschutz, Arbeitsplätze, Sozialleistungen und Kultlandschaften gesichert“, betont Pum.