Erstellt am 13. Juni 2016, 08:23

von Claudia Stöcklöcker

„Schon hab’ ich Stein im Gesicht gehabt!“. Beim Preisschnapsen in Amstetten griff 29-Jähriger zu einem Stein und verletzte damit einen 53-Jährigen. Richter verhängte Gefängnis.

 |  NOEN, Symbolbild
„Blöd geredet haben wir wegen Falschspielen, das macht man beim Schnapsen nicht. Und dann ist eine Rauferei draus geworden“, sagt ein 53-jähriger Amstettner vor dem Richter. Nach einem Gerangel beim Preisschnapsen warf ihm ein 29-Jähriger einen Stein ins Gesicht.

„War so groß wie ein Pflasterstein“

Treffen wollte dieser eigentlich einen anderen Spielteilnehmer, meint der Verletzte. „Duck dich, hab’ ich zu dem noch geschrien, und schon hab’ ich den Stein im Gesicht gehabt. Das war heftig. Mir haben dann ein paar Minuten Erinnerung gefehlt und aus meinem Mund ist Blut geronnen. Der Stein war so groß wie ein Pflasterstein und sicher zwei bis drei Kilo schwer. Und im Lokal sind davor schon eine Bierflasche und Tische geflogen“, erzählt das Opfer von wüsten Szenen.

Und weiters: „Mein Unterkiefer war gebrochen, sieben Wochen lang hatte ich Schmerzen und hab’ nur Suppe gegessen.“

Ob der Angeklagte schuldig ist? „Alles ein Hirngespinst! Natürlich bin ich nicht geständig. Ich bin mir keiner Schuld bewusst“, entrüstet er sich. Zu Unrecht sitze er vor dem Richter, sagt er und mutmaßt ob falscher Beschuldigung: „Wahrscheinlich braucht da jemand Geld.“ Ein Zeuge belastet ihn.

Der Richter spricht den bereits mehrmals Vorbestraften wegen versuchter Körperverletzung – weil er ja auf einen anderen gezielt hat – und fahrlässiger Körperverletzung schuldig und verhängt über ihn sechs Monate Gefängnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.