Erstellt am 06. Dezember 2014, 00:00

Quod erat demonstrandum. Adventgedanken von Marianne Fischer.

Symbolbild, Pixabay.com

Die Geschichte zum Anhören:

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Die Geschichte zum Nachlesen:

Ein Gespräch mit meinem sechsjährigen Sohn Daniel vor seinem ersten Schultag.

ICH: Daniel, du kommst jetzt bald in die Schule, jetzt bist du ein wirklich großer Bub. Und große Buben dürfen ein Große- Buben-Geheimnis wissen.
DANIEL schaut neugierig
ICH: Also, es geht um das Christkind …
DANIEL (aufgeregt): Ich weiß schon, was ich mir wünsche, ich hätte gerne die Playmobil-  irateninsel. Glaubst du, das Christkind hat so viel Geld?
ICH: Äh … Weißt du überhaupt noch, wer das Christkind ist?
DANIEL (wieder ein bisschen gelangweilt): Ja, irgendwie der Jesus.
ICH (übergehe das „irgendwie“): Und was feiern wir zu Weihnachten?
DANIEL (schon mehr gelangweilt): Dass der Jesus geboren worden ist.
ICH: Weißt du auch noch wo?
DANIEL (leiert jetzt wirklich gelangweilt herunter): Mama, das weiß ich doch, in einem Stall in Bethlehem und da haben Maria und Josef ihn in eine Krippe gelegt und dann sind die Hirten und die Könige gekommen und haben ihm Geschenke gebracht. Und dafür bringt uns jetzt der Jesus
Geschenke.
ICH (erstaunt): Wie kommst du auf die Idee?
DANIEL: Das ist ja wohl logisch. Also: Ich wünsche mir vom Christkind die Playmobil- Pirateninsel …
ICH: Moment, retour: Ich habe dir ja gesagt, dass ich dir ein Große-Buben-Geheimnis verrate. Das ist wirklich nur für große Jungs, du darfst es also nicht deinem kleinen Bruder erzählen und auch nicht deiner kleinen Cousine. Hast du das verstanden?
DANIEL (stolz): Ja, nur für große Jungs.
ICH: Also, die Geschenke bringt gar nicht das Christkind, die Geschenke bringen die Eltern und die  mas und Opas und Onkeln und Tanten.
DANIEL (ungläubig): Nein.
ICH: Doch, das ist wirklich so.
DANIEL: Nein, das kann nicht sein.
ICH: Warum nicht?
DANIEL: Weil bei der Kinderkirche hat der Pfarrer gesagt, dass das Christkind kommt. Und Pfarrer lügen nicht.
ICH: Du meinst die Kindermette und er hat damit gemeint, dass Jesus auf die Welt gekommen und immer für uns da ist.
DANIEL: Und uns Geschenke bringt.
ICH: Nein, die Geschenke bringen wirklich Papa und Oma und Opa und Onkeln und Tanten, aber nicht das Christkind.
DANIEL: Aber die Geschenke sind voriges Jahr einfach unter dem Baum gelegen, als wir aus der Kirche zurückgekommen sind. Wer hat sie da hingelegt?
ICH: Ich war das, bevor wir in die Mette gegangen sind. Ich habe gesagt, dass ich den Schal vergessen habe, bin noch mal hineingegangen und habe die Geschenke unter den Christbaum gelegt.
DANIEL (leicht verzweifelt): Und dann hat ein Glöckchen geläutet, weil das Christkind im Wohnzimmer war. Wie ist das gegangen?
ICH (leicht peinlich berührt): Das war der Papa, während er am Klo war.
DANIEL (schon richtig verzweifelt): Aber wir haben einen Brief an das Christkind geschrieben und das Christkind hat den Brief abgeholt und eine Feder von seinem Flügel verloren, die habe ich  efunden.
ICH (nun wirklich peinlich berührt): Äh, den Brief habe ich geholt und die Feder war von einem weißen Hendl, die habe ich hingelegt.
DANIEL schaut völlig fassungslos
ICH: Schatz, wir wollten dich nicht anlügen, das mit dem Christkind ist eine Geschichte, die man kleinen Kindern erzählt. Und es ist eine wirklich sehr schöne Geschichte. Aber jetzt bist du ein großer Bub und darfst wissen, wie es wirklich ist.
DANIEL: Aber das Christkind ist doch der Jesus, oder?
ICH: Ja, sicher, das haben wir doch schon besprochen.
DANIEL: Und zu dem beten wir.
ICH: Sicher.
DANIEL: Also gibt’s den Jesus wirklich, sonst könnten wir ja nicht zu ihm beten.
ICH (ein bisschen unsicher): Äh, sicher.
DANIEL: Und dann gibt es auch das Christkind wirklich.
ICH (verunsichert): Ja, so gesehen …
DANIEL (wieder ganz glücklich): Hab ich doch gewusst: Das Christkind gibt es doch!!! (will gehen, dreht sich nochmals um) Schreib ihm bitte, dass ich die Playmobil- Pirateninsel möchte. (Abgang Daniel)
ICH bleibe mit offenem Mund zurück.
 

Alle Geschichten des NÖN-Adventkalenders sind folgenden Büchern entnommen:

Hat das Christkind Hosen an?

x  |  NOEN, zVg/Verlag Anton Pustet Salzburg

Heitere Weihnachtsgeschichten für große Kinder.
21 Euro, 192 Seiten,
Verlag Anton Pustet Salzburg

 
Es gibt ihn doch, den kleinen Unterschied! Und er wurde auch schon hinlänglich und in allen nur erdenklichen
Facetten erforscht. So sind Frauen zum Beispiel eher Rechtshänderinnen und seltener farbenblind. Ihr Sehfeld ist größer als das der Männer. Männer sehen dafür schärfer. Frauen können einzelne Finger gezielter bewegen. Männer werfen und fangen besser, sind im Durchschnitt um zehn Prozent größer, um 20 Prozent schwerer und um 30 Prozent stärker als Frauen, besonders am Oberkörper ...

Eine ganz wesentliche Frage wurde freilich bislang noch nie gestellt: Wie unterscheiden sich Frauen und Männer in ihrer Auffassung vom Christkind?

Dieses letzte aller noch verbliebenen Weihnachtsgeheimnisse aufzudecken, ist die Mission des dritten Bandes der erfolgreichen Christkindanthologie. Nachdem sich in den Vorjahren Journalistinnen aus ganz Österreich himmlischen Lifestyle-Themen gewidmet haben und Fragen nachgegangen sind wie "Ist das Christkind wirklich blond?" oder "Lebt das Christkind hinterm Mond?", offenbaren uns nun Österreichische Top-Journalisten ihr ganz persönliches christkindliches Verständnis. Sie bescheren uns tief(sinnig)e Einblicke mit ihren Betrachtungen zu "Hat das Christkind Hosen an?" Manch einer mag so weit gehen, zu fragen: Ja, ist es am Ende etwa gar ein Mann ...

Lebt das Christkind hinterm Mond?

x  |  NOEN, zVg/Verlag Anton Pustet Salzburg

Noch mehr heitere Weihnachtsgeschichten.
21  Euro, 180 Seiten,
Verlag Anton Pustet Salzburg

Das Leben ist voller Christkindmomente. Weißt du, wo das Christkind wohnt? Hinterm Mond? Und doch kommt es so weltoffen und geistreich daher, ist so fest verortet im Hier und Jetzt. Es ist da, immer dann, wenn es uns gelingt, anderen eine Freude zu machen, jemandem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder einfach nur für einen Augenblick innezuhalten und zuzuhören.

Das Leben ist voller berührender, lustiger, tiefgründiger, verworrener, liebenswerter, stimmiger, unglaublicher, fantastischer ... Christkindmomente. Es gilt nur sie aufzuspüren. Viele davon wohnen in uns, sind eingeschrieben in unser gemeinsames Gedächtnis. Wie die langen, nicht enden wollenden Stunden erwartungsvoller Vorfreude, die sich dann im Nachhinein vielleicht als die schönsten erweisen. Wie die Freude am Schenken, die oft um so vieles größer ist, als die darüber, beschenkt zu werden. Wie die eingespielten Traditionen und Bräuche, die wir zeitlebens mit Inbrunst verwünschen, obwohl wir doch genau wissen, nicht ohne sie sein zu wollen.

„Steht das Christkind vor der Tür? Das Licht-ins-Dunkel-Weihnachtsbuch“

x  |  NOEN, Verlag Anton Pustet

Barbara Brunner,  Caroline Kleibel, 144 Seiten, 22 Euro, Verlag Anton Pustet

Steht das Christkind vor der Tür? Aber ja doch! Alle Jahre wieder wollen wir das Christkind oh so fröhlich hereinbitten und voller Vorfreude willkommen heißen. Die Tür zu wunderbaren Weihnachten öffnen uns dieses Mal Menschen, die wir alle kennen und schätzen. Menschen, die in ihrem Leben schon viel erreicht haben, was zählt. Uns wiederum reicht das von ihnen Erzählte.

In diesem stimmungsvollen Sammelband geben Künstlerinnen und Künstler, Medienschaffende und prominente Persönlichkeiten ihre denkwürdigsten Weihnachtserinnerungen preis. Einmal heiter, dann wieder besinnlich, nostalgisch und zuweilen auch durchaus kritisch.  Sind die Türen erst einmal weit offen, bleiben auch die Herzen nicht verschlossen. Mit dem Kauf jedes einzelnen Buches unterstützen Sie die Aktion Licht ins Dunkel!