Aschbach-Markt

Erstellt am 10. Oktober 2016, 08:52

von Hermann Knapp

Reliquie im Aschbacher Kirchturm. Im Kreuz wurde Zeitkapsel mit Rippenknochen des Justin entdeckt. Da auch tragende Balken morsch sind, werden die Arbeiten viel aufwändiger als erwartet.

Das Turmkreuz ist derzeit in der Pfarrkirche aufgestellt. Es wird von der Firma Zambelli, die auf spezielle Metallarbeiten spezialisiert ist, gereinigt und nach Fertigstellung der Zimmerer-Arbeiten wieder auf der Turmspitze über Aschbach wachen.  |  Knapp

Schon im November 2013 wurde ein Schaden am Kirchturm entdeckt. Ein Stück Blech hatte sich gelöst und flatterte im Wind. Also wurde eine Sanierung beschlossen, samt Reinigung der vergoldeten Kugel und des vergoldeten Kreuzes. Am 22. September wurden beide angehoben und dann an Seilen händisch heruntergelassen. Ein schwieriges Unterfangen – haben Kreuz und Kugel zusammen doch eine Höhe von rund vier Metern.

Geplant war ursprünglich, neben der Erneuerung des Kupferblechs, nur die Holzverschalung am Turm auszubessern und wo nötig zu ersetzen. Doch die Zimmerer überbrachten dann eine Hiobsbotschaft. Auch das Tragwerk ist vom Zahn der Zeit gehörig in Mitleidenschaft gezogen worden. Es dürfte immer wieder Wasser in den Turm eingedrungen sein und die einst starken Balken sind daher jetzt morsch.

Pfarrer hofft auf raschen Startschuss

„Aus statischen Gründen sind also weit umfassendere Sanierunsarbeiten nötig“, berichtet Pater Georg Haumer. Eine Alternative dazu gibt es nicht. Der Pfarrer hat schon mit der Diözese Kontakt aufgenommen, wartet derzeit aber noch auf die Genehmigung der zusätzlichen Maßnahmen. Sicher ist, dass die ursprünglich geschätzten 115.000 Euro nicht ausreichen werden. Bund, Land, Diözese, Stift, Pfarre und auch Gemeinde hatten ja ausgemacht sich die Kosten zu teilen.

Ortschef Schlöglhofer inspizierte die Schäden am Kirchturm.  |  NOEN, privat

Der Pfarrer hofft, dass die Arbeiten rasch beginnen können und der Turm bis Dezember neu aufgebaut ist. „Die Kugel und das Kreuz könnten wir dann ja auch im Frühjahr im Rahmen eines Dankes-Festes aufsetzen“.

Im Kirchturmkreuz fanden sich übrigens einige historische „Schätze“: Etwa eine Kupfertafel aus dem Jahr 1833 (der Kirchturm stammt aus diesem Jahr, die Kupferverblechung von 1900) in lateinischer Sprache mit den Namen des Papstes, des Seitenstettner Abtes und des Aschbacher Pfarrers. Aber auch eine Büchse wurde entdeckt – eine Art Zeitkapsel. Darin befindet sich unter anderem eine Reliquie: ein Rippenknochen des heiligen Justin.

Zeitkapsel in Planung

„Offenbar sollte die Reliquie des Heiligen diesen besonderen Ort schützen“, sagt Pfarrer Haumer. Auch etliche Münzen fanden sich in der Büchse, die älteste aus dem Jahr 1816, als in Österreich Kaiser Franz regierte.

Der Inhalt der Zeitkapsel wird dokumentiert, dann aber wieder im Kreuz deponiert. „Und wir übelegen auch eine eigene Zeitkapsel für spätere Generationen hinzuzufügen“, sagt der Pfarrer.

Die Zeitkapsel im Turmkreuz enthielt Münzen und eine Reliquie.  |  NOEN