Erstellt am 04. Februar 2016, 05:08

von Desiree Haselsteiner

Sattes Umsatzplus für Registrierkassen-Hersteller. Die Firma Apro aus Zeillern stellt Registrierkassen her und profitiert natürlich von der neuen gesetzlichen Regelung, die sie zahlreichen Betrieben vorschreibt.

Apro Geschäftsführer Josef Pressl startete gemeinsam mit Christian Plan im Jahr 1996 sein Unternehmen. Foto: Haselsteiner  |  NOEN, Haselsteiner

Ob Wirt, Blumenhandlung, Masseur oder Fußballverein: Sie alle haben mit der Registrierkassenpflicht, die mit 1. Jänner in Kraft getreten ist, wenig Freude. Doch es gibt auch Unternehmen, die davon profitieren – wie etwa die Firma Apro aus Zeillern.

„Haben sozusagen die Kraft im Haus“

Sie ist schon seit 20 Jahren im Kassengeschäft tätig und verzeichnet nun eine Umsatzsteigerung von 25 bis 30 Prozent. „Wir sind aber nicht nur Händler, sondern bieten vor allem auch Software an. Wir haben sozusagen die Kraft im Haus. Wir können unsere Programme auf die individuellen Kundenwünsche anpassen und entwickeln. Das ist jetzt sehr gefragt“, erklärt Josef Pressl, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens.

Die Firma Apro hat sich selbst auf die Gastronomiebranche spezialisiert. Besonders mobile Lösungen, wo der Kellner die Kasse sowie den Belegdrucker gleich mit am Tisch hat, sind heiß begehrt. „Wir möchten dem Personal unnötige Wege ersparen. Der Kellner hat den Drucker direkt am Gürtel befestigt und kann den Gästen ganz einfach den Beleg aushändigen“, meint Josef Pressl.

Unmut der Gastronomen nachvollziehbar

Die Anschaffungskosten für eine Artikelstammanlage liegen bei 1.000 Euro aufwärts. Jedes Erweiterungsmodul, wie beispielsweise für eine Schankschnittstelle kostet natürlich zusätzlich. „Das besondere an unserem Unternehmen ist, dass wir auch servicieren. Unsere Kunden können immer mit unserer Hilfe rechnen und zwar 365 Tage im Jahr. Wir können auch mittels Fernwartungsarbeiten auftretende Probleme lösen“, berichtet Pressl.

Kosten für die Registrierkassen sind für die Betriebe auch steuerlich absetzbar. Für jedes neu angeschaffte Kassensystem wird vom Fiskus 200 Euro rückerstattet, ebenso natürlich für jede zusätzliche Kasse.

Zu Sinn oder Unsinn der gesetzlichen Regelung will sich Pressl nicht äußern. Dass viele Gastronomen aber mit Unmut darauf reagieren, ist für ihn auch nachvollziehbar. Er selbst sieht vor allem die 15.000-Euro-Umsatz-Grenze kritisch: „Es gibt jetzt zwar eine Wettbewerbsfairness zwischen den Betrieben, aber gerade für Wirte die außerhalb der Betriebstätten – beispielsweise bei einem Kirtag – ausschenken, ist das nicht einfach und bedeutet auf jeden Fall einen Mehraufwand.“