Erstellt am 06. Juli 2015, 08:49

von Otmar Gartler

Sattler zu Zusammenschluss: „Jetzt geht's nicht mehr“. Nach dem Rücktritt Rupert Jägers soll sein Mandat im Aufsichtsrat der Raiba St. Georgen/Ybbsfelde nachbesetzt und Mitglieder neuerlich zur Fusion befragt werden.

„Brauchen einen starken Partner“ (von links): Die beiden Geschäftsleiter der Raiba St. Georgen/Ybbsfelde Gerhard Eder und Johann Preßl, Aufsichtsratsvorsitzende Margit Sattler und Obmann Karl Loibl. Foto: Otmar Gartler  |  NOEN, Otmar Gartler

Nachdem vor Kurzem der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Raiffeisenbank St. Georgen Vizebürgermeister Rupert Jäger wegen Interessenskonflikten zurückgetreten ist ( die NÖN hatte berichtet ), soll am 15. Juli in einer außerordentlichen Generalversammlung ein neues Aufsichtsratsmitglied gewählt werden. Kandidat ist der schon bisher im Vorstand tätig gewesene Tierarzt Engelbert Hahn.



Bei dieser Generalversammlung wird gleichzeitig von der Geschäftsleitung, Vorstand und Aufsichtsrat ein nächster Versuch unternommen, die Mitglieder von der Wichtigkeit und Dringlichkeit einer Fusion mit der Raiffeisenbank Region Amstetten zu überzeugen.

„Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Wir haben bisher immer für die Eigenständigkeit unserer Bank gekämpft. Jetzt geht es nicht mehr“, appellieren Aufsichtsratsvorsitzende Margit Sattler, Obmann Karl Loibl und die Geschäftsleitung an die Vernunft der Mitglieder.

„Wir wollen die Bank nicht verschenken“

Die St. Georgner Raiffeisenbank – mit rund 40 Millionen Euro Bilanzsumme die zweitkleinste Raiffeisenbank in Niederösterreich – habe der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise lange getrotzt. Durch die nun schon lange anhaltende Niedrigzinsphase seien die Erträge der Bank stark rückläufig.

2015 wird es daher ein negatives Betriebsergebnis von rund 100.000 Euro geben. Für die Folgejahre werden von externen Experten eine weitere Verschlechterung und hohe Verluste vorher gesagt. Die Bank werde nur mehr drei bis fünf Jahre lebensfähig sein.

„Wir wollen die Bank nicht verschenken, sondern dafür sorgen, dass es auch in Zukunft noch eine Raiffeisenbank in St. Georgen/Ybbsfelde gibt“, sind Geschäftsleitung, Vorstand, Aufsichtsrat und die Mitarbeiter überzeugt, dass man nur mit einem stärkeren Partner das über Generationen Erreichte, den Standort und die Arbeitsplätze absichern könne.