Erstellt am 23. Februar 2016, 03:44

von Wolfgang Kapf

Schlagabtausch um Forstheide-Rettung. Amstettner Bürgerinitiative fordert: „Rettet die Forstheide“. Politiker verweisen auf Landschaftsentwicklungskonzept und BH-Zuständigkeit.

SPÖ-Umweltgemeinderat Bernhard Wagner (r.) und Grünen-Umweltstadtrat Gerhard Haag (2.v.r.) stellten sich den Vorwürfen. Fotos: Kapf  |  NOEN, Kapf

AMSTETTEN | Was als Infoveranstaltung „für die Erhaltung des Naherholungsgebietes Forstheide“ geplant war (das Bürgerinteresse hielt sich mit etwa 25 Personen in Grenzen), artete zu einem sehr emotional geführten, verbalen Schlagabtausch aus. Peter Rausch, Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“, griff von Anfang an Politiker der Stadtgemeinde frontal an: „Wir haben hier ein Naturjuwel mit vielen speziellen Pflanzen und Tieren. Trotzdem kommt es laufend zu massiven Eingriffen. Das System ist immer dasselbe: Zuerst werden die Bäume gerodet, dann wird der Schotter herausgeholt und dann kommt die Industrie hinein – und die Stadtgemeinde schaut zu und tut nichts dagegen!“

„Kauf der Forstheide der wirksamste Schutz“

Als konkretes Beispiel führt Rausch die „Greibich-Rodung“ aus dem Jahr 2014 für die Errichtung einer Forststraße und eines Holzlagerplatzes an. Umweltgemeinderat Bernhard Wagner dazu: „Faktum ist, dass die Stadtgemeinde Amstetten dafür nicht zuständig ist, sondern die Bezirkshauptmannschaft Amstetten. Im Zuge des Bewilligungsverfahrens haben wir eine negative Stellungnahme zu dem Vorhaben abgegeben.“

Auch in der Tatsache, dass die Bezirkshauptmannschaft (BH) die „Greibich-Anlage“ dann bewilligt hat, sieht Rausch die Stadt als Schuldige: „Die Eingabe der Stadtgemeinde war halbherzig. Sie hat nicht einmal angeführt, dass im Projektgebiet Schutzgüter sind.“ Wagner konterte: „Grundlagen für ihre Entscheidung zu finden, ist Aufgabe der Behörde. Uns ist die Erhaltung der Forstheide ein Anliegen! Deshalb haben wir auch das Landschaftsentwicklungskonzept ins Leben gerufen und laufend werden Projekte umgesetzt“, betont er.

Peter Rausch wiederum „qualifizierte“ das Landschaftsentwicklungskonzept als „reine politische Show“: „Es werden Projekte umgesetzt, die mit der Forstheide nichts zu tun haben, wie die „Brutwand für Uferschwalben“ oder die „Anlage von Amphibiengewässern“. Der Aktivist sprach dann die „Harvester-Schlägerung durch Hatschek wegen eines Borkenkäferbefalles“ an – und schob wieder den Stadtpolitikern den „Schwarzen Peter“ zu: „Ich habe in einem Haufen von geschlägerten Bäumen nur vier Käfer-Bäume gefunden – und die Stadtgemeinde tut nichts dagegen!“
Umweltstadtrat Gerhard Haag sagte dazu: „Bei Käferbefall ist der Waldbesitzer verpflichtet zu handeln. Er kann sogar den Auftrag der Bezirkshauptmannschaft dazu bekommen. Die Stadtgemeinde ist nicht Grundeigentümer.“

Und Umweltgemeinderat Bernhard Wagner ergänzte: „Der Kauf des Herzstückes der Forstheide – ein etwa 400 bis 450 Hektar großer Bereich – wäre der beste und wirksamste Schutz, damit die Forstheide erhalten bleibt!“ In diesem Punkt waren sich alle einig.


Zitiert: „Wir tun, was wir können“

„Faktum ist: Die Stadtgemeinde Amstetten ist nicht zuständig. Die Stadtgemeinde ist nicht Grundeigentümer der Forstheide. Und zuständig für die Einhaltung der Bestimmungen des Landschaftsschutzgebietes ist die Bezirkshauptmannschaft Amstetten. (...) Wir tun, was wir können. Wir schließen Vereinbarungen mit Grundeigentümern ab und setzen Naturschutzprojekte um.“
Bernhard Wagner, Amstettens SPÖ-Umweltgemeinderat

„Wir werden mit Aktionen und einer Veranstaltung am 3. März die Bevölkerung aufmerksam machen, was alles in der Forstheide passiert und der Stadtgemeinde unsere Forderungen auf den Tisch legen.“
Peter Rausch, Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet die Forstheide“