Erstellt am 15. Dezember 2015, 00:00

Schnee.

 |  NOEN, Symbolbild
Aus den Wolken tausend Flocken
fallen sacht auf unsere Welt
säumen Straßen, ganze Städte
weißen jedes weite Feld
 
Aus den Häusern strömen Kinder
von der Schönheit ganz gebannt
bauen Schneemann, werfen Schneeball
staunen still am Straßenrand
 
Alte Männer schauen wissend
in die sternenklare Nacht
rauchen Pfeife, schür´n das Feuer
halten in den Häusern Wacht
 
Schwere Decken in den Betten
halten nachts das Leben warm
wenn es reich ist, liegt´s in Fellen
wenn´s auf Stroh liegt, ist es arm
 
In den Zimmern riecht´s nach Stollen
und nach allerlei Gebäck
im Advent die Menschen warten
auf den Mann mit dem Gepäck
 
Und am Ende eines Jahres
ruft die Menschheit es heraus
Friede soll auf Erden werden
und dann geh´n die Lichter aus
 

von Eric Niemann

Eric Niemann (Jahgang 1969), wohnhaft in Hamburg. Studium der Soziologie, Psychologie und Neueren deutschen Literatur in Hamburg, Leicester und Barcelona. Professor für Soziologie und Systemischer Paartherapeut. Monographien und zahlreiche Aufsätze zu religionswissenschaftlichen und methodologischen Themen. Lyrikbände „Wendepunkte“ und „Im Niemandsland“. Kolumnist Hamburger Abendblatt. Hörspiele für „Sherlock Holmes – die neuen Fälle“ und „Professor van Dusen“, Romane für die auflagenstärkste deutsche Krimiserie.

Zur Aktion:

Am Literaturbewerb des art.experience Festivals 2015 in Baden bei Wien haben sich viele hundert Menschen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Österreich, Deutschland und der Schweiz – mit ihren Kurzgeschichten und Gedichten beteiligt. Die wenigen Finalistinnen und Finalisten haben wir um einen Beitrag für den NÖN-Adventkalender gebeten. Das Ergebnis finden Sie hier Tag für Tag. Es sind schöne, berührende, aber auch anspruchsvolle und verstörende Texte. Wie das Leben und die Menschen so sind, gerade zu Weihnachten.