Erstellt am 06. April 2016, 04:54

von Hermann Knapp

„Schwarzfischen ist kein Kavaliersdelikt“. Im Revier der Fischereifreunde an der Ybbs wird nun regelmäßig kontrolliert. Wer ohne Erlaubnis fischt, wird angezeigt.

Umweltgemeinderat Bernhard Wagner sagt als beeidetes Fischereiaufsichtsorgan den Schwarzfischern den Kampf an. Foto: Wolfgang Kapf  |  NOEN, Wolfgang Kapf

Es gibt Personen, die die Ybbs im Stadtbereich für einen „Selbstbedienungsladen“ halten. Erst vor Kurzem haben die Stadtwerke ja das Fischereirevier Allersdorferbrücke bis zur Haslauerbrücke an die Ybbsfreunde (EVN) verpachtet, die auch schon in Waidhofen ein Revier betreuen.

„Wir schauen dem nicht mehr länger zu“

Die Fischereifreunde haben auch Fischereiaufsichtsorgane eingesetzt und eines davon schlägt jetzt Alarm. „Wir stellen fest, dass immer mehr Leute fischen, die keine Lizenz und keine Genehmigung des Fischereiberechtigten haben“, sagt Amstettens Umweltgemeinderat Bernhard Wagner.

Zum Teil würden die Schwarzfischer aus Verstecken in Ufernähe angeln oder auch mit Legeangeln (eine Leine mit einem Köder, die an einem Strauch oder Baum befestigt ist).

„Wir schauen dem nicht mehr länger zu, sondern werden künftig regelmäßig an der Ybbs Kontrollgänge durchführen. Schwarzfischen ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Strafrechtsdelikt. Jeder, der ertappt wird, wird ausnahmslos zur Anzeige gebracht“, sagt Wagner.

Freude über Bewirtschaftungskonzept

Wagner hat auch kein Verständnis dafür, wenn zu kleine Fische geangelt werden oder wenn jemand den falschen Köder benützt. „Es gibt klare Regeln und die sind einzuhalten.“

Entspricht ein Fisch nicht dem Brittelmaß (der gesetzlich vorgeschriebenen Länge, die ein Fisch mindestens aufweisen muss, damit er geangelt werden darf) dann ist er in den Fluss zurückzusetzen. „Da die berechtigten Angler nur Haken benützen, die beim Fisch keine gravierenden Verletzungen verursachen, ist das kein Problem“, sagt Wagner.

Im Bereich von der Allersdorferbrücke bis zur ersten Sohlschwelle ist übrigens nur das Fliegenfischen erlaubt.

Wagner freut sich darüber, dass die Fischfreunde im Revier ein ökologisch orientiertes Bewirtschaftungskonzept umsetzen wollen. Zum Schutz und Aufbau des Bestands wird ein junger Besatz aus dem Einzugsgebiet der Ybbs eingebracht. Ziel ist es vor allem, für einen intakten Forellen- und Huchenbestand zu sorgen und auch eine reproduktive Äschenpopulation zu etablieren.

Insgesamt finden sich in besagtem Fischereirevier ungefähr 20 bis 25 Fischarten.