Erstellt am 21. September 2015, 10:25

von Hermann Knapp

Auch Stift bietet Zuflucht. Im Meierhof werden zwei große Wohnungen für die Aufnahme von Flüchtlingen vorbereitet. Etwa 16 Personen sollen darin Platz finden.

Stift Seitenstetten. Foto: Diözese St. Pölten  |  NOEN, Diözese St. Pölten

„Wir können und dürfen vor diesem Leid nicht die Augen verschließen“, sagt Pater Laurentius Resch. Das Stift wird daher zwei Wohnungen im Meierhof, die kürzlich frei geworden sind, für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung stellen. „Beide haben in etwa 100 Quadratmeter. Es sollten also jeweils sechs bis acht Personen darin Platz haben“, erklärt Resch.

Eine Wohnung ist praktisch bezugsfertig und wird gerade geputzt. Bei der anderen sind einige Adaptierungsarbeiten fällig. Aber auch sie wird bald zur Verfügung stehen. „Wir werden uns mit der Diakonie in Verbindung setzen, die ja für die Zuweisung von Flüchtlingen zuständig ist“, sagt der Pater.

Bürgermeister erfreut über Unterstützung

Sehr erfreut über die Hilfsbereitschaft des Klosters ist auch Bürgermeister Johann Spreitzer. Auch er ist der Meinung, dass man die Asylwerber unterstützen muss. In Seitenstetten leben ja schon seit geraumer Zeit zwei Familien und werden von „Willkommen Mensch“ betreut, also ehrenamtlichen Helfern.

Nun soll für die „Flüchtlingsarbeit“ allerdings ein Verein gegründet werden, dem Gemeinde, Pfarre, Stift und auch Einzelpersonen angehören werden. Die Funktion des Obmannes soll Altbürgermeister Franz Deinhofer übernehmen. Er kann sich das auch gut vorstellen. „Es geht darum, die ehrenamtlichen Aktivitäten zu koordinieren und als Ansprechpartner für die Flüchtlinge, aber auch für die Bevölkerung zur Verfügung zu stehen“, sagt Deinhofer. In Seitenstetten werden sogar kostenlose Deutschkurse angeboten – auch für Asylwerber, die in anderen Gemeinden des Bezirks eine Zuflucht gefunden haben. Die anfallenden Kosten teilen sich die Kommunen. Die Lehrer arbeiten ohnehin ehrenamtlich.

Bürgermeister Johann Spreitzer freut sich über die Hilfsbereitschaft seiner Mitbürger. „Wir dürfen die Asylwerber aber auch nicht überbetreuen und alles für sie erledigen. Wir müssen ihnen helfen, so schnell wie möglich selbstständig bei uns leben zu können.“

Sollte jemand privaten Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen wollen, kann er sich an die Gemeinde wenden.