Seitenstetten

Erstellt am 08. Juli 2016, 04:10

von Hermann Knapp

Eltern: Tarife zu hoch. Zu wenig Zweijährige angemeldet: Es gibt doch nur eine Tagesbetreuungsgruppe und dafür zusätzliche Kindergartengruppe.

Geschäftsführender Gemeinderat Leopold Krondorfer und Bürgermeister Johann Spreitzer vor dem Zubau beim Kindergarten. Foto: Knapp  |  Hermann Knapp

Zügig voran schreitet der Zubau beim Kindergarten. Inzwischen wird schon an der Einrichtung des Gebäudes gearbeitet. Überraschend ist aber, dass ab September nun doch nur eine Tagesbetreuungsgruppe geführt wird – im Erdgeschoß des neuen Gebäudeteils.

Je intensiver die Betreuung, desto günstiger

Im Obergeschoß wird es hingegen eine reguläre (siebte) Kindergartengruppe geben. Es waren die Eltern, die die Pläne der Gemeinde durchkreuzt haben. 26 Kinder waren ursprünglich für die Tagesbetreuung angemeldet, aber als die Tarife bekannt wurden, winkten einige Bürger ab, weil ihnen die Kosten zu hoch sind. Wer wöchentlich eine zweitägige Betreuung in Anspruch nimmt, kommt immerhin auf 200 Euro im Monat.

„Wir haben die Tarife bewusst etwas über jenen der Tagesmütter angesetzt, weil wir ihnen ja nicht Konkurrenz machen wollen“, sagt Bürgermeister Johann Spreitzer. Je intensiver die Betreuung, desto günstiger wird sie.

Fünf Tage in der Woche kosten monatlich 350 Euro. Vor allem Eltern von zweijährigen Kindern wollen zuwarten, bis ihre Kleinen zweieinhalb sind und damit Anspruch auf einen kostenlosen Kindergartenplatz haben. Tatsächlich fangen im Herbst nun acht Kinder in der Tagesbetreuung an, es kommen aber laufend mehr.

„Hätte mir eine genaue Aufstellung gewünscht“

Da die Gemeinde vom Land bereits eine siebte Kindergartengruppe genehmigt bekommen hat, ist es kein Problem, diese nun auch zu installieren. „Dadurch reduziert sich nun die Kinderzahl in den anderen Gruppen, was natürlich auch ein Vorteil ist“, sagt Spreitzer.

Nicht in Anspruch nehmen kann die Gemeinde allerdings jene 125.000 Euro Direktförderung, die es für die Errichtung einer Tagesbetreuungsgruppe vom Land gibt. „Die bekommen wir nun natürlich nur für die eine Gruppe, die wir nun tatsächlich machen. Da aber das Projekt auch vom Kindergartenfonds gefördert wird, und wir die Pädagogin für die siebte Kindergartengruppe nicht selbst zahlen müssen (jene der Tagesbetreuung schon), gleicht sich das kostenmäßig beinahe aus“, erklärt der Ortschef.

Begrüßt wird die Einrichtung der siebten Kindergartengruppe von der SPÖ. „Wir waren ohnehin dafür, auf einem anderen Gelände gleich einen zweiten Kindergarten zu beginnen“, sagt SP-Chef Alois Schlager. Was ihn stört: „Ich hätte mir im Gemeinderat eine genaue Aufstellung gewünscht, welche finanziellen Vor- und Nachteile die Einrichtung der siebten Kindergartengruppe der Gemeinde bringt!“