Erstellt am 14. Mai 2015, 07:35

von Hermann Knapp

Gemeinde „leiht“ sich Bürgermeister. Seitenstetten hatte bisher keinen Amtsleiter. Arbeit ist für neuen Ortschef und Beschäftigte aber nicht mehr zu bewältigen.

Symbolbild  |  NOEN, Erwin Wodicka
Die Gemeinde Seitenstetten ist die einzige im Bezirk, die keinen Amtsleiter hat. Altbürgermeister Franz Deinhofer hat – wie in so einem Fall in der Gemeindeordnung geregelt – auch diese Funktion ausgeübt, und da er schon in Pension war, viel ehrenamtliche Zeit investiert.

Seinem Nachfolger im Amt, Johann Spreitzer, ist das natürlich nicht möglich. „Die Tätigkeit für die Gemeinde nimmt viel Zeit in Anspruch. Das lässt sich mit meiner Beschäftigung am Magistrat Waidhofen nicht vereinbaren“, sagt der Bürgermeister.

Agentur wird Arbeitsabläufe durchleuchten

Deshalb soll nun die Arbeit am Gemeindeamt neu strukturiert werden. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat in der Vorwoche gefällt. „Wir werden die Arbeitsabläufe von einer Agentur, die sich auf Kommunen spezialisiert hat, durchleuchten lassen, um festzustellen, wo wir etwas besser machen und vielleicht auch Synergien nützen können“, sagt der Bürgermeister.

Daran, dass die Beschäftigten schon bisher hervorragende Arbeit leisten, zweifelt er nicht. Es gehe vor allem darum, zu ermitteln, ob und in welchem Stundenausmaß man einen weiteren Mitarbeiter benötige. Einen Amtsleiter soll es künftig auf jeden Fall geben.

Spreitzer wird aus Waidhofen „verliehen“

Um bis zum Vorliegen der Analyseergebnisse und der Bestellung eines Amtsleiters den Arbeitsaufwand bewältigen zu können, wird sich Spreitzer von 1. Juni bis Jahresende vom Magistrat Waidhofen an die Gemeinde Seitenstetten „verleihen“ lassen. Möglich macht das das NÖ-Personalüberlassungsgesetz (§4, Abs. 2). Seitenstetten muss aber natürlich die Lohnkosten übernehmen. Der Gemeinderat hat die Regelung einstimmig befürwortet.

Ebenso geschlossen sprachen sich die Mandatare für eine Bezügeänderung aus. Der Vizebürgermeister, der bisher 45 Prozent des Bezugs des Bürgermeisters bekam, muss sich künftig mit 43 Prozent begnügen. Dafür wird das Salär der fünf geschäftsführenden Gemeinderäte von 14 Prozent des Bürgermeistergehalts auf 17 Prozent erhöht.

Geschäftsführender VP-Gemeinderat Reinhard Mösl legte in der Sitzung seine Funktionen zurück. Grund: Er wird im Juni zum neuen Wirtschaftskammerobmann des Bezirkes ernannt.