Seitenstetten

Erstellt am 28. August 2016, 06:26

von Josef Penzendorfer

Pater Raphael, der älteste Benediktiner. Pater Raphael Schörghuber feierte kürzlich Gnadenprofess. Im Jahr 1946 hat er sein Gelübde abgelegt. Der fast 96-Jährige ist noch immer rüstig und natürlich Kongregationssenior.

Nach dem Festgottesdienst im Stift (v.l.): Diakon Pater Altmann Waß, Prior Laurentius Resch, der Jubilar Pater Raphael Schörghuber, Probst Raimund Breiteneder und Diakon Dominik Riegler. Foto: privat  |  privat

Der 15. August ist bei Pater Raphael Schörghuber tief ins Herz eingeschrieben, hat er doch im Jahr 1946 eben zu diesem Datum seine zeitliche Profess abgelegt. Eigentlich war er schon 1940 ins Stift Seiten stetten eingetreten, doch der fünfjährige Kriegsdienst unterbrach dieses Vorhaben abrupt, sodass der Kriegsheimkehrer im August 1945 nochmals sein Noviziat antrat.

Somit konnte Pater Raphael heuer bei guter Gesundheit wieder am hohen Marienfeiertag seinen 70-jährigen Professtag im Kreise seiner Mitbrüder feiern, was im Rahmen der Festmesse zum Patrozinium auch geschah.

Der Zitherverein Steyr und der Bezirksbauernchor unter Christa Brunmayr umrahmten den Gottesdienst musikalisch, gar 28 Ministranten – 26 davon aus Bad Zell, sie lagern gerade im Schacherhof – taten ihren Dienst am Altar, und Prior Pater Laurentius Resch formulierte: „In anderen Klöstern ist es üblich, einen ‚Altersstab‘ zu bekommen, diesen braucht Pater Raphael auch als fast 96-Jähriger nicht, da er noch immer ganz aufrecht unterwegs ist, ohne Stock! Der Jubilar bekommt aber eine Kerze, die Frater David (Rechenbach) als Jüngster des Konvents entzündet. Pater Raphael ist selbst vom Licht Christi ganz durchdrungen und uns im Konvent mit seinem Vorbild, seiner Liebe zum Kloster und zur Kirche wie ein Licht!“

Als ältester Benediktiner Österreichs kann Pater Raphael jedenfalls auf ein erfülltes Priesterleben zurückblicken: Nach seinen Kaplansjahren war er lange als Stiftsökonom tätig, ehe er in seine Heimatpfarre Wolfsbach als Pfarrer zurückkehrte und dort noch 20 Jahre segensreich als Seelsorger und später als Aushilfspriester wirkte. Mit einer Agape im Stiftshof fand dieser Festtag seinen angemessenen Ausklang.