Seitenstetten

Erstellt am 11. Oktober 2016, 06:25

von Hermann Knapp

Schutzprojekt: Hochwassergefahr ist bald gebannt. hat Land grünes Licht für Rückhaltebecken im Trefflingtal gegeben.Über zehn Jahre wurde geplant und verhandelt. Nun

Bürgermeister Johann Spreitzer im Trefflingtal. Dort wo der Ortschef steht, wird sich künftig ein zwölf Meter hoher Damm erheben.  |  Foto: Knapp

Dem Bau des Regenrückhaltebeckens im Trefflingtal steht nun nichts mehr im Wege. Die Landesregierung hat in ihrer Sitzung am 4. Oktober das Geld dafür freigegeben. 2.298.900 Euro stellt das Land zur Verfügung, 2.891.400 Euro steuert der Bund bei. Die Gemeinde muss 734.700 Euro stemmen. Insgesamt wird das Projekt also 5.925.000 Euro verschlingen.

Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, das Vorhaben in die Umsetzungsphase zu bringen. Schon nach dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002, als der Trefflingbach das gesamte Ortszentrum unter Wasser setzte und große Schäden anrichtete, war klar, dass etwas geschehen muss.

Schutzprojekt in drei Etappen ausgearbeitet.

Es wurde ein Schutzprojekt in drei Etappen ausgearbeitet. Im Ort selbst ist inzwischen auch schon einiges geschehen. Der Bereich um den Wohnblock der Genossenschaft Neue Heimat wurde umgestaltet und auch das Bett des Trefflingbaches vom Haus Ellegast bis zur Wäschereibrücke verbreitert und vertieft. „Einen wirklichen Schutz des Zentrums vor weiteren Überflutungen kann dem Zentrum aber nur das geplante große Rückhaltebecken im Trefflingtal bieten“, weiß Bürgermeister Johann Spreitzer. Die Grundablöseverhandlungen dafür hat noch sein Vorgänger Franz Deinhofer geführt und im Jahr 2011 erfolgreich abgeschlossen.

Allerdings war damals schon klar, dass sich das Rückhaltebecken nicht ohne Verlegung der L 88 verwirklichen lässt, weil deren Trasse derzeit mitten durch die geplante Dammkonstruktion führt.

2012 begann Deinhofer die Verhandlungen mit den Grundbesitzern, damals noch in der Hoffnung sie rasch abzuschließen. Doch die Gespräche verliefen sehr zäh und sie zu einem Ende zu bringen war erst Ortschef Spreitzer beschieden. Am 27. August 2015 setzte der letzte Grundbesitzer seine Unterschrift unter den Abtretungsvertrag. Die Bauverhandlung für die Straße ist zwar noch immer ausständig, diese sollte aber eigentlich problemlos über die Bühne gehen.

Umfahrung nur wegen Rückhaltebecken

Letztlich hat die Gemeinde Seitenstetten es dem geplanten Hochwasserschutzbecken zu verdanken, dass sie nach der Nordumfahrung jetzt auch noch eine Westspange bekommt. Denn rund 3.000 Fahrzeuge täglich von und nach Richtung Waidhofen hätten nicht ausgereicht, um ein derartiges Projekt zu rechtfertigen. Mit der Freigabe der Gelder für das Hochwasserschutzprojekt können die Arbeiten nun endgültig anlaufen. „Schon im Oktober soll damit begonnen werden für einen Landwirt einen neuen Zufahrtsweg samt Brücke über den Trefflingbach zu errichten. Die alte Brücke muss weg. Anschließend soll der Wald im Bereich des geplanten Dammes gerodet werden“, berichtet der Bürgermeister. Im Frühjahr will man, sobald die Witterung es zulässt, mit der Errichtung des Durchlaufwerks beginnen, das künftig im Hochwasserfall ein geordnetes Ablaufen der Wassermassen garantieren soll. Darum herum wird dann der Damm aufgeschüttet.

Rund 60.000 Kubikmeter Material wird dafür benötigt, der Großteil soll von der Straßenbaustelle kommen. Dort muss das hügelige Gelände ohnehin großflächig abgetragen werden.

Das Rückhaltebecken soll rund 240.000 Kubikmeter Wasser fassen und somit auf ein hundertjähriges Hochwasser ausgerichtet sein. „Das Projekt ist ein Meilenstein für die Gemeinde und wir sind sehr froh, dass nun endgültig alle Weichen dafür gestellt sind und begonnen werden kann“, sagt Bürgermeister Spreitzer.