Erstellt am 26. Juni 2015, 05:56

Beglückendstes Konzert in Basilika. Rosina Latschbacher über ihre ganz besondere Beziehung zum Sonntagberg.

Opernsängerin Rosina Latschbacher ist derzeit in Aachen wohnhaft. Sie hat mehrmals mit dem Waidhofner Kammerorchester und dem Cantores Dei als Sopransolistin die Herbstkonzerte in der Basilika mitgestaltet.  |  NOEN, Leitner

Am 23. Juni vor 30 Jahren fand in der Basilika am Sonntagberg eine Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn statt. Es war das erste Konzert in der Basilika, in dem ich als Solistin mitwirkte.

Konzert als beglückendstes in Erinnerung geblieben

Es mag an der Vergangenheitsverklärung liegen oder dem leisen Nachtrauern der Jugend, dass mir dieses Konzert im Nachhinein als mein beglückendstes überhaupt in Erinnerung geblieben ist.

Meine Geschwister mit ihren Familien und meine Eltern saßen im Publikum vor mir, die Cantores Dei und das Waidhofner Kammerorchester musizierten mit einer Hingabe, die ich bei Berufschören und Orchestern oft vermisste, dazu die gewaltige Akustik des Raumes, die kleine Unstimmigkeiten gnädig verzieh, und das begeisterte Publikum, das die Basilika bis in den letzten Winkel füllte.

Musiker und Sänger des Kammerorchesters und der Cantores Dei sind nach vielen weiteren Konzerten zu guten Bekannten und Freunden geworden. Manche Weggefährten aus der Kinder- und Jugendzeit entdeckte ich im Lauf der Jahre immer wieder im Publikum und oft fanden sie sich nach den Konzerten zu einem kurzen Plausch im frischen Wind auf der Terrasse ein.

Eindrucksvollen Wolkenformationen, Abendstimmungen

Im Zuhause meiner Schwester, mit ansichtskartenverdächtigem Blick auf den Sonntagberg, saßen wir nach den Konzerten zusammen, tauschten unsere Eindrücke aus und feierten meiner Mutter und meine Geburtstage, die oft mit den Konzertterminen zusammenfielen.

Wunderschöne Ansichten des Sonntagbergs und der Basilika, aus allen möglichen Blickwinkeln, mit eindrucksvollen Wolkenformationen, Abendstimmungen, festlich beleuchtet, als Hintergrund von Musikantentreffen, beim Maibaumaufstellen oder zwischen blühenden Obstbaumzweigen, erreichen mich via Internet auch im belgisch-niederländischen Grenzgebiet in Deutschland, wo ich seit vielen Jahren lebe, und halten den Wunsch, an diesen besonderen Ort zurückzukehren, wach.

In der Serie „Mein Sonntagberg“ präsentiert die NÖN ganz persönliche Geschichten über den Wallfahrtsort. Wer seine Geschichte zum Sonntagberg ebenfalls in der NÖN erzählen möchte, kann sich unter redaktion.ybbstal@noen.at oder unter 07442/52202 melden.

Nächste Termine: Im Juli und August findet jeden Sonntag um 12 Uhr der „Orgelmittag“ in der Basilika am Sonntagberg statt.