Amstetten

Erstellt am 03. August 2016, 05:17

von Daniela Führer

Hinter den Kulissen: „Sind Mädchen für alles“. Die Kulissenschieber beim Amstettner Sommermusical Nikolaus Keiblinger, Johannes Weinberger, Simon Baumann und Thomas Muttenthaler berichten von ihrer Arbeit backstage.

Seit Jahren hinter der Bühne im Einsatz (v.l.): Thomas Muttenthaler, Nik Keiblinger, Simon Baumann und Johannes Weinberger. Foto: Schlemmer  |  Schlemmer

„Wir könnten die Show ruinieren, wenn wir wollten“, schmunzeln die vier Studenten. Doch das wollen sie natürlich nicht – und bis auf ein paar kleinere Hoppalas ist ihnen in den letzten Jahren auch noch kein offensichtliches Missgeschick passiert.

„Da kam es auch schon öfter fast zu Kollisionen“

Nikolaus Keiblinger aus Winklarn (25) und Johannes Weinberger aus Kollmitzberg (23) sind von den vier Freunden die beiden längst gedienten Kulissenschieber beim Sommermusical Amstetten. Heuer ist es bereits ihre fünfte Produktion. Thomas Muttenthaler aus Amstetten (24) ist aber auch schon zum vierten und Simon Baumann aus Euratsfeld (24) zum dritten Mal dabei.

Die vier Studenten sorgen bei den Musicalaufführungen dafür, dass alle Schiebewände zur richtigen Zeit am richtigen Platz stehen, dass die Kulisse in der Pause rasch umgebaut wird und die Requisiten dort bereit liegen, wo die Darsteller in Sekundenschnelle danach greifen.

„Die Herausforderung liegt darin, die Kulissen neben der Bühne richtig zu schlichten, denn bei der Vorstellung muss alles schnell gehen, die Kulissen müssen punktgenau an ihrem Platz stehen und der dunkle Raum neben der Bühne ist während der Show voll mit Darstellern. Da kam es auch schon öfter fast zu Kollisionen“, schildert Simon Baumann die Arbeit backstage.

Die vier haben, wie sie selbst wissen, so ziemlich den coolsten Ferialjob, den die Stadtgemeinde zu bieten hat. „Es macht total Spaß“, sagen sie.

Nach der Premiere kehrt schnell Routine ein

Während der Musicalspielzeit beginnt ihr Arbeitstag um 18 Uhr – nach Vorstellungsende räumen die Studenten noch bis zirka Mitternacht alle Kulissen und Requisiten an ihren Platz. „Das bedeutet auch: Wir können so richtig lange ausschlafen“, lacht Nik Keiblinger, der als Frontman der Band „Nemesis Affair“ selbst das Bühnenleben gewohnt ist.

Bei der Premiere ist die Anspannung auch bei den jungen Männern noch groß, doch danach kehrt schnell Routine ein, wie Simon Baumann erklärt: „Wir machen die Show vor der Premiere zirka zehn Mal durch, damit alles sitzt.“

Den ersten Einsatz haben die Studenten immer schon Ende Juni im Probetanzlokal in Wien, nicht nur als Kulissenbeauftragte, sondern auch als Lichtdoubles. Das bedeutet: „Stundenlang auf der Bühne zu stehen, denn der Lichttechniker muss genau das Licht setzen können“, erklärt Thomas Muttenthaler.

Die vier sind auch die direkte Schnittstelle zwischen Darstellern und den Amstettner Veranstaltungsbetrieben. „Wir sind eigentlich die Mädchen für alles und der Knotenpunkt zwischen den Darstellern und den Mitarbeitern der Veranstaltungsbetriebe. Zu uns kommen viele mit ihren Problemen, die wir dann weiterleiten“, sagt Simon Baumann.

Daher kennen sie auch alle Darsteller – wiederum persönlich für sie sehr spannend: „Da prallen schon auch verschiedene Welten aufeinander. Der waschechte Winklarner auf den Hamburger Musicalstar“, lacht der Winklarner Nik Keiblinger.