Erstellt am 10. März 2016, 06:19

von Hermann Knapp

SP verringert Anzahl ihrer Sektionen. Amstettner Stadtpartei reagiert auf sinkende Mitgliederzahlen und verändert die Parteistrukturen. So wird etwa Sektion-Ost aufgelöst.

Stadtparteivorsitzender Gerhard Riegler: „Wir müssen der demografischen Entwicklung und natürlich auch den sinkenden Mitgliederzahlen Rechnung tragen.“ Foto: Archiv  |  NOEN, Archiv

Die neun SPÖ-Sektionen gibt es in der Stadt schon so lange, dass sich nicht einmal die längstdienenden Sozialdemokraten daran erinnern können, wann genau sie in dieser Form gegründet wurden.

Vermutlich wurden die ersten Sektionen aber schon kurz nach dem Krieg ins Leben gerufen. Andere, wie die Sektion Süd-Ost (19. November 1965), entstanden in den 60er-Jahren durch rege Siedlungstätigkeit in der Stadt. Zu dieser Zeit wurde auch der Krautberg zur eigenständigen Sektion Nord-West, der davor zur Sektion Mitte gehörte.

Die goldenen Jahre sind vorbei

Doch die goldenen Jahre der Sozialdemokratie sind auch in Amstetten längst vorbei. Deshalb geht man nun daran, die Parteistruktur neu zu ordnen – und das bedeutet, dass die Anzahl der Sektionen wieder verringert wird.

„Wir müssen einfach der demografischen Entwicklung und natürlich auch den sinkenden Mitgliederzahlen Rechnung tragen und die Struktur der Partei anpassen“, sagt Stadtparteiobmann Gerhard Riegler. Konkret geht es etwa um die Sektion-Ost. Die wird es künftig in dieser Form nicht mehr geben – allein schon aus dem Grund, weil einfach nicht genug Personen da sind, um alle Funktionen im Vorstand zu besetzen.

Riegler versichert aber, dass die Betreuung der Parteimitglieder nicht unter der neuen Struktur leiden wird. Er kann sich etwa vorstellen, dass es künftig Subsektionen gibt, die aber natürlich einen Vertreter im Vorstand der Hauptsektion haben werden. „Wir müssen uns einfach fragen, ob es Sinn macht neun Vorstände zu besetzen und damit viel Engagement zu binden, das sonst für die politische Arbeit zur Verfügung stehen würde“, sagt Riegler.

Für ihn ist die Veränderung kein Grund zur Trauer, sondern auch eine Chance, Neues zu entwickeln. „Wir wollen wieder schlagkräftiger werden, ohne die Betreuung der Mitglieder zu vernachlässigen. Wie die Struktur genau aussehen wird, kann ich noch nicht sagen. Wir wollen den Umstrukturierungsprozess aber heuer abschließen.“