Erstellt am 29. Juni 2015, 08:58

von Hermann Knapp

Auf des Kaisers Spuren. In der Vorwoche gab Landesrat Karl Franz Josef Wilfing den Startschuss für das 77,9 Millionen Euro Projekt im Landesklinikum Mauer. 2017 soll alles fertig sein.

Beim Spatenstich: (v.l.n.r.) der kaufmännische Direktor des Landesklinikums Mauer Robert Danner, Pflegedirektor Gerhard Leonhartsberger, Landtagsabgeordneter Helmut Schagerl, der kaufmännische Geschäftsführer der Landesklinikenholding, Helmut Krenn, Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzler, Bundesrat Andreas Pum sowie (hinten) die Ärztliche Leiterin des Landesklinikums Mauer, Primaria Ingrid Leuteritz und Landesrat Karl Wilfing. Foto: Heribert Hudler  |  NOEN, Heribert Hudler
Die Freude, dass es nach vielen Jahren der Konzepte und der Planung endlich wirklich losgeht, ist groß. Entsprechend launig fielen am Donnerstag der Vorwoche auch die Ansprachen beim Spatenstich für den Ausbau des Landesklinikums Mauer aus.

So stellte Landesrat Karl Wilfing eine kleine Parallele zum Spatenstich 1898 her, den Kaiser Franz Josef durchführte, „denn ich heiße mit vollem Vornamen Karl Franz Josef.“

„Werden sich optimal in Jugendstil-Baustruktur einfügen“

Der VP-Politiker sprach dann von einer historischen Stunde für das Klinikum. Durch die geplanten Investitionen werde es möglich, den Mitarbeitern (derzeit rund 730) die bestmöglichen Bedingungen für eine optimale Betreuung der Patienten und diesen ein ideales Umfeld für eine erfolgreiche Gesundung zu bieten.

Lob hat Wilfing auch für die Architekten Andreas Zieser und Ernst Maurer. „Denn die neuen Gebäude werden sich optimal in die alte Jugendstil-Baustruktur einfügen.“

Geplant ist die Errichtung eines neuen Bettentraktes mit zwei Stationen und 60 Betten, der forensischen Abteilung (für psychisch kranke Straftäter) mit 65 Betten und der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit 30 Betten.

Die Kosten werden sich samt Herstellung der nötigen Infrastruktur (Kanal, Wasser, etc.) auf 77,9 Millionen Euro belaufen. Zweieinhalb Jahre sind als Bauzeit veranschlagt. Ende 2017 soll alles fertig sein.

Sogar Therapie mit Alpakas wird Patienten angeboten

Der kaufmännische Direktor des Klinikums, Robert Danner, hob in seiner Ansprache hervor, dass Mauer die einzige psychiatrische Klinik sei, die auch alle Spezialabteilungen umfasse – von der Erwachsenen- über die Kinderpsychiatrie bis hin zur Forensik.

Ja sogar Therapie mit Alpakas (aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform) wird den Patienten angeboten. Das stellte übrigens, wie Danner berichtete, die Buchhalter der Klinikenholding anfangs vor gar nicht geringe Probleme. „Denn sie wussten nicht, wie alt die Tiere werden und wie diese nun eigentlich buchhalterisch abzuschreiben sind.“

Danner hob auch hervor, dass das Klinikum Mauer das größte noch erhaltene Jugendstilensemble Europas sei. „Schon bei der Errichtung des Krankenhauses wusste man, wie wichtig die Natur gerade für psychisch kranke Menschen ist. Daran hat sich nichts geändert und der große Park bietet unseren Patienten wirklich optimale Erholungsbedingungen.“

Noch keine Entscheidung ist übrigens darüber gefallen, ob das Klinikum auch Standort einer neuen zentralen Krankenpflegeschule wird.