Erstellt am 26. November 2015, 05:43

von Daniela Führer

Spielplatz im Hochwasserschutzgebiet: „Gegen den Standort“. Spielplatz Gafringbach im Hochwasserschutzgebiet: Grüne bezweifeln Sinnhaftigkeit. VP sieht darin ideale Nachnutzung.

Die beiden Grün-Gemeinderäte Franz Raab und Elisabeth Mock wehren sich gegen Stimmen, die sagen, sie seien gegen alles, jetzt sogar gegen Spielplätze: »Wir stellen nur die Sinnhaftigkeit für einen Spielplatz in Hochwasserschutzgebiet infrage«, erklären sie. Fotos: Schlemmer  |  NOEN, Daniela Schlemmer

Es ist nicht der Spielplatz an sich, sondern der dafür gewählte Standort beim Gafringbach, der die Euratsfelder Grüne-Gemeinderäte Franz Raab und Elisabeth Mock so stört.

„Das nächste Hochwasser kommt bestimmt“

„Als Mutter bin ich der Meinung, unseren Kindern ist mehr geholfen, wenn wir auf ein ordentliches Budget schauen, anstatt Spielplätze in Hochwasserschutzgebiet zu bauen“, erklärt Elisabeth Mock die Kritik der Grünen Euratsfeld am neuen Spielplatz „Begegnungszone Gafringbach“, der nächstes Jahr im Frühjahr eröffnet wird.

„Man kann doch nicht, nachdem man extra wegen der Hochwassergefahr den Sportplatz ausgesiedelt hat, am selben Standort noch einmal Geld in die Hand nehmen und etwas hinbauen? Für uns ist das eigene Gemeindeprojekt der Sportplatzaussiedelung damit gescheitert“, sind die Grün-Gemeinderäte überzeugt.

„In den letzten 70 Jahren hatten wir in diesem Bereich vier Hochwasser“, hat Gemeinderat Franz Raab in Gesprächen mit Zeitzeugen und durch Fotos eruiert. „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt.“

Der neue Spielplatz wird im Rahmen der NÖ Förderaktion „Schulhöfe und Spielplätze in Bewegung“ mit Beteiligung der Kinder umgesetzt. Die Kids erarbeiteten gemeinsam mit Experten das Konzept für den neuen Spielplatz und halfen beispielsweise auch bei der Bepflanzung selbst mit.

„Das ist ja auch eine tolle Sache und wir sind auch nicht gegen einen Spielplatz an sich, sondern dagegen, das Geld aus dem Fenster zu schmeißen. Wenn etwas passiert, fallen für die Gemeinde wieder Kosten an“, sagt Elisabeth Mock. Daher stimmten sie und Franz Raab bei der Auftragsvergabe für Spielgeräte und Bepflanzung (zusammen 37.000 Euro) im Gemeinderat dagegen.

Für Gemeinde ideale Nachnutzung

Für VP-Bürgermeister Johann Weingartner ist der Spielplatz „Begegnungszone Gafringbach“ wiederum die ideale Nachnutzung für den ehemaligen Fußballtrainingsplatz: „Rund die Hälfte der Fläche verbleibt als Spielwiese für Fußball oder andere Ballspiele. Wo ist ein Spielplatz schöner, als in der Nähe eines Baches? Das ist Naherholung für die ganze Familie.“

Das Projekt wurde auch wasserrechtlich genehmigt, betont der Bürgermeister. Es komme auch sehr gut an und wurde überhaupt erst auf Anfrage umliegend wohnender Familien ins Leben gerufen.