Erstellt am 09. Mai 2016, 20:09

von NÖN Redaktion

SPÖ von der Entwicklung überrascht. Auch die Bezirksgranden der SPÖ im Bezirk haben nicht mit dem Rückzug Werner Faymanns aus allen Ämtern gerechnet.

 |  NOEN, zVg

„Ich wurde vom Zeitpunkt überrascht und hätte mir auch gewünscht, dass wir zuerst bis Herbst eine strategische, inhaltliche Diskussion führen und dann überlegen welche Person zu der sich daraus ergebenden Ausrichtung der Partei passt. So hatten wir das auch im Bezirksparteivorstand besprochen“, sagt SP-Bezirksvorsitzende Ulrike Königsberger-Ludwig. Menschlich gesehen müsse man die Entscheidung Faymanns aber natürlich respektieren.

Für Königsberger-Ludwig ist die drängendste Frage nicht, wer künftig die Partei führen soll, sondern „wie wir die Menschen wieder davon überzeugen können, dass sie die Sozialdemokratie mit ihren Werten und Grundprinzipien zur Lösung der anstehenden Probleme brauchen.“

Von der öffentlichen Diskussion und den Rücktrittsaufforderungen in den letzten Tagen war die SP-Bezirksobfrau wenig begeistert. „Denn das schadet nur der Partei. Solche Dinge müssen in den dafür zuständigen Gremien diskutiert werden.“

"Nicht alles findet Zustimmung"

Der Amstettner SPÖ-Stadtparteivorsitzende, Gerhard Riegler, hat „großen Respekt“ vor der Entscheidung Werner Faymanns, „weil er in dieser verfahrenen Situation wahrscheinlich den einzig möglichen Weg freimacht.“ 

Denn auch wenn Faymann eine Mehrheit hinter sich versammelt hätte, hätten die Personaldiskussionen nicht mehr aufgehört, ist sich der Stadtparteivorsitzende der SPÖ Amstetten sicher. „Nicht alles, was Faymann in den letzten siebeneinhalb Jahren gemacht hat, findet meine Zustimmung. Aber eines muss man bei aller Kritik klar sagen, er hat in der wahrscheinlich politisch schwierigsten Zeit mit dem Hypo-Skandal, der Flüchtlingskrise sowie der Wirtschaftskrise immer sein Bestes für unser Land gegeben und nie die Werte der Sozialdemokratiedabei vergessen.“

Manchmal könne man nur reagieren und nicht agieren. Jetzt, nach Faymanns Rücktritt, bestehe die Chance zu einem Neuanfang und einer Neuorientierung, die laut Riegler mit großer Behutsamkeit vorgenommen werden muss. Wer immer diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen werde, habe keine leichte Zeit vor sich. „Denn es gilt nicht nur die Partei wieder zu einen, sondern auch einen mehrheitsfähigen Weg für die großen Herausforderungen zu finden!“