St. Georgen am Ybbsfelde

Erstellt am 02. Juli 2016, 05:51

von Daniela Führer

Cornelia Führer im Porträt: „Die Mischung macht‘s“. Die St. Georgnerin Cornelia Führer schlüpft bei der zweiten Produktion des „Theaters am Fluss“ in Steyr in zwei völlig konträre Rollen und spielt eine Mätresse und eine Büßernonne.

Cornelia Führer gibt im „Glöckner von Notre Dame“ eine Mätresse und Büßernonne. Foto: Reiter  |  NOEN

„2003 habe ich mir in Amstetten das Sommermusical ‚The Wild Party‘ angesehen, und da hab‘ ich mir gedacht: Das will ich machen.“ Mit 15 Jahren – damals besuchte Cornelia Führer aus St. Georgen gerade die Handelsakademie Amstetten – entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Bühne. Und diese Passion ließ sie nicht mehr los.

Gleich nach der Matura startete sie ihre vierjährige Ausbildung an der privaten Musical Akademie Graz. Bei den Musicalproduktionen „Elisabeth“, „Chicago/Mamma Mia!“, „Mozart!“ und, als Diplomstück 2010, bei „Cats“ stand die St. Georgnerin im Rahmen ihrer Ausbildung auf der Bühne.

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Aktuell steckt die 28-Jährige mitten in den Probearbeiten für die zweite „Theater am Fluss“-Produktion in Steyr, wo sie mittlerweile auch wohnt und arbeitet. Nach einer gelungenen Premiere des Open-Air-Theaters im Vorjahr mit dem Stück „Gefährliches Spiel“ (90 Prozent Auslastung) steht ab 7. Juli „Der Glöckner von Notre Dame“ am Spielplan.

Mit dabei auch die ausgebildete Musicaldarstellerin Cornelia Führer: „Ich darf zwei Rollen verkörpern, eine sehr berechnende lustige als Mätresse des Königs von Frankreich, und eine sehr emotionale als Büßernonne Gudule, die sich, als Buße für ihre größte Sünde, 15 Jahre selbst einsperrt. Ihre Geschichte ist sehr wichtig für den ganzen Erzählstrang“, verrät die 28-Jährige.

Das Wechselspiel zwischen diesen beiden völlig konträren Rollen ist durchaus eine Herausforderung, selbst für sie als Profi: „Leichter fällt mir die komödiantische Rolle, aber auch die emotionale hat ihre Reize und gewinnt immer mehr an Kraft“, erzählt sie von der intensiven Probenarbeit – mittlerweile vier Mal pro Woche.

Parallel Ausbildung zur künstlerischen Leiterin absolviert

Ihren „Brotberuf“ hat sie aber mittlerweile nicht mehr im Showgeschäft. Die gebürtige St. Georgnerin arbeitet nun im Krankenhaus Steyr. Nach ihrer Ausbildung war sie zu zahlreichen Auditions in Österreich und Deutschland gereist, viele Engagements bei Musical-Highlight-Shows und Tourneeproduktionen folgten. Von 2011 bis 2013 arbeitete sie außerdem als Showverantwortliche und Dance Captain des Robinson Clubs in Ampflwang und Zürs.

„Von Schauspielstücken, Tanz- und Musicalshows bis hin zu Sketch- und Liveabenden oder Revues habe ich Shows mit den Robinson-Mitarbeitern, allesamt Laien, auf die Beine gestellt. Von Regiearbeit über Choreografie hin zu eigenen Auftritten war alles dabei. So manchem Bewegungslegastheniker habe ich da auch das Tanzen beigebracht“, erzählt sie lachend.

Währenddessen absolvierte sie auch eine Ausbildung zur künstlerischen Leiterin. „Es war wirklich eine tolle Zeit und es ist ein großartiger Beruf, aber die immer wieder kehrenden Auditions und die Aufenthalte während Produktionen an immer anderen Orten sind oft sehr anstrengend.“ Gerne wirkt sie nach wie vor an regionalen Produktionen mit und genießt die Abwechslung zwischen Bühnen-, Privat- und Arbeitsleben, denn wie in den Bereichen Gesang, Tanz und Schauspiel, ist es ihr so am liebsten, wie sie sagt: „Die Mischung macht‘s.“