Erstellt am 16. Juli 2015, 12:17

von Daniela Führer

72 Prozent sagten Ja zur Fusion mit der Raiba Amstetten. Man hatte das Gefühl, ganz St. Georgen war am Mittwoch Abend auf den Beinen. 338 Mitglieder der Raiffeisenbank St. Georgen kamen in den Pfarrsaal, um bei der Außerordentlichen Generalversammlung zum zweiten Mal über die Fusion ihrer Bank mit der Raiba Region Amstetten zu entscheiden.

Die Erleichterung nach dem Ja der Mitglieder zur Fusion mit 71,8 Prozent war bei den Raiba-Geschäftsleitern Johann Preßl (l.), Gerhard Eder (r.), Obmann Karl Loibl (2.v.l.) und Aufsichtsratsvorsitzende Margit Sattler riesig.  |  NOEN, Schlemmer
Beim ersten Anlauf im April stimmten nur 57 Prozent der Mitglieder für eine Fusion. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde damals nicht erreicht.



Die neuerliche Versammlung am Mittwoch wurde wegen des Rücktritts des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Rupert Jäger einberaumt.

Die Sitzung startete aufgrund des enormen Ansturms mit eineinhalbstündiger Verspätung. Nach emotionalen und hitzigen Reden von Fusionsbefürwortern und –gegnern war schließlich gegen 22.30 Uhr die heiß ersehnte Stunde der Wahrheit gekommen.

Jubel und Erleichterung, aber auch Kopfschütteln

Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis: 436 Stimmen wurden abgegeben. 123 Genossenschaftsmitglieder (28,2 Prozent) sagten Nein zur Fusion, 313 (71,8 Prozent) Ja. Damit war die erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht. Es folgten Jubel und große Erleichterung bei den Fusionsbefürwortern, Kopfschütteln bei den Gegnern.

Im Anschluss wurden Obmann Karl Loibl und Aufsichtsratsvorsitzende Margit Sattler in den Vorstand und in den Aufsichtsrat der Raiba Region Amstetten als Vertreter für St. Georgen gewählt (vier Gegenstimmen und vier Stimmenthaltungen).

Zum neuen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Raiba St. Georgen bis zur Fusion wurde Engelbert Hahn einstimmig bestimmt. Karl Stadler, der Kandidat der Fusionsgegner für diese Position, hatte nach der Verkündung des Ergebnisses seine Nominierung zurückgezogen.

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Und wie geht es nun mit der Raiffeisenbank St. Georgen und den Mitarbeitern weiter? Mit 20. November erfolgt die technische Fusionierung. Dann erhalten alle Kunden eine neue Kontoverbindung und kostenlos neue Bankomatkarten. Die Bankleitzahl ändert sich und die Kontonummer werden mit den Ziffern 430 an den vordersten Stellen ergänzt.

Das ursprüngliche Angebot der Raiba Region Amstetten inklusive Zehn-Jahres-Standortgarantie und Übernahme aller Mitarbeiter blieb aufrecht und wurde nunmehr angenommen.

Von den beiden Geschäftsleitern wird Gerhard Eder in St. Georgen als Bankstellenleiter bleiben, Johann Preßl wandert nach der Fusion zur Raiba Amstetten. Welche Position er dort bekleiden wird, ist noch nicht entschieden.

Mehr Informationen, Stimmen und Eindrücke von der Versammlung lesen Sie in Ihrer nächsten NÖN-Ausgabe!