Erstellt am 31. August 2015, 08:23

von Hermann Knapp

Stadt lädt zu Asyl-Gipfel. Bürger werden über aktuelle Situation in der Flüchtlingsfrage informiert. Auch im Bezirk herrscht große Betroffenheit über das Drama im Burgenland.

Betroffen vom Flüchtlingsdrama: VP-Bezirksparteiobmann Johann Heuras. Foto: Knapp  |  NOEN, Hermann Knapp
Die Meldung über 71 tote Flüchtlinge, die im Burgenland in einem Kühl-Lkw gefunden wurden, hat auch die Menschen in der Region schockiert – Bürger wie Politiker.

Stadtchefin sucht das offene Gespräch

„Was da passiert ist, ist einfach entsetzlich. Das sind Menschen, die Schleppern ihr letztes Hab und Gut gegeben haben, im Vertrauen darauf, dass diese sie aus den Kriegsgebieten in ein sicheres, friedvolles Leben führen und geendet hat das mit ihrem Tod“, sagt Amstettens Stadtchefin Ursula Puchebner.



Die Stadtchefin weiß, dass die Flüchtlingsströme „neben allem Mitgefühl oft auch Unsicherheit und Angst bei unserer Bevölkerung erzeugen – vor allem in Hinsicht auf Unterbringung und Versorgung der Asylwerber“.

Deshalb sucht sie das offene Gespräch mit der Bevölkerung: „Um die Bürgerinnen und Bürger über die aktuelle Situation in der Flüchtlingsfrage umfassend zu informieren, lädt die Stadtgemeinde am Montag, 7. September, 19 Uhr, zu einer Informations- und Diskussionsrunde mit Experten in den Pfarrsaal der Pfarre St. Stephan, Kirchenstraße 16, ein“, verkündet Puchebner.

Gemeinden bereit, Flüchtlingen zu helfen

Zum Thema Asyl meldete sich in der Vorwoche auch VP-Bezirksparteiobmann Johann Heuras zu Wort. Er zeigte sich ebenfalls schockiert über das Drama im Burgenland. „Es ist unvorstellbar, dass so etwas mitten in Europa geschehen kann und es zeigt uns, wozu die Schlepper in der Lage sind.“

Im Bezirk Amstetten sieht Heuras in allen Gemeinden eine grundsätzliche Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen. Allerdings würden nicht überall geeignete Quartiere zur Verfügung stehen. Da sei man oft auf private Initiative angewiesen.

„Feststellen lässt sich, dass gerade in Gemeinden, in denen es schon Flüchtlinge gibt, mit dem Thema offener umgegangen wird. Wenn man mit diesen Menschen direkt konfrontiert ist und auch ihre Verzweiflung und Dankbarkeit erlebt, dann siegt das Mitgefühl über mögliche Vorbehalte und Ängste.“

Das Durchgriffsrecht des Bundes, das diesem ermöglicht, auch gegen den Willen einer Kommune Flüchtlinge zuzuweisen, bereitet Heuras keine Sorgen. „Unsere Gemeinden sind ja bereit, Hilfe zu leisten, das wird also bei uns sicher nicht schlagend werden.“

Für den Krisenherd Syrien fordert Heuras eine internationale Lösung im Rahmen der UNO. „Da wird gefoltert und getötet, da werden Frauen vergewaltigt und die Welt schaut zu! Das kann ich einfach nicht verstehen!“