Mauer , Ulmerfeld-Hausmening

Erstellt am 23. Mai 2017, 05:37

von Hermann Knapp

Mauer kämpft um Erhalt der Schule. Nur 12 Schüler für Neue Mittelschule angemeldet. Erste Klasse geht sich damit gerade noch aus.

Symbolbild  |  Bilderbox.com

Die gute Nachbarschaft der beiden Amstettner Ortsteile wird derzeit auf die Probe gestellt. Grund dafür sind die Schülerzahlen für das kommende Schuljahr.

„Wir brauchen die Hausmeninger dazu nicht“

In Hausmening sind sechs Schüler mehr angemeldet, als für eine Klasse zulässig sind. In Mauer sind es mit insgesamt 12 Schülern gerade noch so viele, um eine erste Klasse bilden zu können. Logisch erschiene es, wenn Schüler aus Hausmening also die drei Kilometer nach Mauer pendeln würden. In Hausmening sieht man das aber nicht so. Dort plädiert man dafür, die 12 Kinder aus Mauer in die Neue Mittelschule Hausmening zu holen und eine zweite Klasse zu machen.

Für Mauers Ortsvorsteher Anton Ebner kommt das überhaupt nicht infrage. „Das hieße, dass wir keine erste Klasse mehr hätten und im nächsten Jahr dann vermutlich keine zweite Klasse. Wenn die Schüler erst einmal in Hausmening sind, werden sie dann dort auch bleiben wollen. Für uns würde das in Wahrheit bedeuten, das wir unsere Schule aufgeben.“

Ebner ärgert besonders die Behauptung, die Hausmeninger müssten nach Mauer, um dort die Schule zu retten. „Das stimmt einfach nicht. Die 12 Schüler, die für nächstes Jahr angemeldet sind, reichen, um eine eigene Klasse zu machen. Wir brauchen die Hausmeninger dazu nicht“, sagt der SP-Politiker. Die sechs Schüler könnten also genau so gut in die Zentralschule nach Amstetten pendeln, was aber das Grundproblem nicht löst. Denn die Eltern wollen natürlich, dass ihre Kinder die Schule vor Ort besuchen.

Zeillerner Kinder gehen in Wallsee zur Schule

Dass es in Mauer heuer nur so wenige Anmeldungen gibt, resultiert auch aus dem Umstand, dass die Zeillerner Kinder, die eigentlich zum Schulsprengel Mauer/Öhling gehören, nach Wallsee abwandern. Im kommenden Jahr werden das acht Schüler sein. „Die Eltern haben sich eben beide Schulen angesehen und Wallsee hat ihnen besser gefallen. Sie sehen in Wallsee auch mehr Bemühen der Lehrerschaft und außerdem ist die Schule in Mauer in die Jahre gekommen“, nennt Zeillerns Bürgermeister Friedrich Pallinger die Gründe dafür.

Tatsächlich wurden in die Schulen in Amstetten und Hausmening in den letzten Jahren hohe Summen investiert, in Mauer nur wenig. „Es ist daher jetzt höchste Zeit auch unsere Schule zu attraktivieren“, fordert Ebner. Der Ortsvorsteher nimmt aber genauso die Lehrerschaft in die Pflicht: „Die meisten Schulen haben einen Schwerpunkt, in Mauer gibt es noch keinen. Da sind die Pädagogen gefragt, Akzente zu setzen. Durch das Landesklinikum und die geplante zentrale Pflegeschule würde sich das Thema Gesundheit anbieten“, erklärt der SP-Politiker.

Für Ebner spricht auch die Bevölkerungsentwicklung gegen eine Schließung der Schule. „Nächstes Jahr werden wir keine Probleme haben, eine erste Klasse zu bilden. Und man darf ja auch nicht die Siedlungstätigkeit übersehen. Am ehemaligen Sportplatz entstehen 60 Wohnungen. Da wird es künftig auch mehr Kinder geben.“

Der Ortsvorsteher rechnet vor, dass die NMS Mauer mit Greinsfurth, Mauer und Öhling (4.767 Einwohner) bevölkerungsmäßig ein fast ebenso großes Einzugsgebiet wie die Schule in Hausmening hat (4.958 Einwohner).

Bürgermeisterin Ursula Puchebner (SP) betont, dass man noch in der Entscheidungsfindung sei, wie sich das Schuljahr 2017/2018 im Bereich der Mittelschulen gestalten werde.

„Werden einen gutengangbaren Weg finden“

„Hier sind viele Parameter zu berücksichtigen und wir werden uns die verfügbare Zeit nehmen einen guten, gangbaren Weg zu finden.“ Problematisch sei, dass immer wieder sprengelfremde Schulbesuche von den übergeordneten Stellen genehmigt würden, die Schüler aber an den eigentlichen Standorten fehlten.

Für VP-Vizebürgermeister Dieter Funke kommt eine Schließung der Schule nicht infrage. „Wir sagen ja schon seit Jahren, dass in Mauer baulich dringend etwas getan werden muss, um den Standort zu sichern.“ Funke weist einmal mehr auch auf den hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund hin, der vermutlich auch in Mauer ein Grund dafür sei, dass Eltern eine andere Schule für ihre Kinder wählten.

Keine Stellungnahme zur Causa wollte die Direktorin der beiden Schulen, Angelika Riegler, abgeben. „Das ist Sache der Schulgemeinde. Ich warte auf eine Entscheidung.“

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