Erstellt am 18. Mai 2015, 09:45

von Hermann Knapp

Stege: Hebung oder Abriss. Stadt im Zwiespalt zwischen hohen Kosten und Anrainerwünschen. Neues Gutachten soll zeigen, ob Brücken über die Url tatsächlich Hochwasserdämme gefährden.

Der Steg in Meierhofen wird offenbar nicht viel frequentiert und eine Hebung wäre teuer. Die Stadt lässt daher nun prüfen, ob er bleiben kann, wie er ist. Ansonsten droht ein Abriss.  |  NOEN, Heribert Hudler
Im Vorjahr wurden in Winkling und in Meierhofen Hochwasserdämme fertiggestellt. In beiden Bereichen existieren auch alte Fußgängerstege, jener in Winkling schon seit etwa 100 Jahren.

Im Zuge von Hochwasserschutzbaumaßnahmen hat die Behörde der Stadt im Wasserrechtsbescheid vorgeschrieben, die Brücke anzuheben, da diese bei Hochwasser ein Abflusshindernis darstelle und die Gefahr einer Verklausung gegeben sei, was wiederum den neuen Damm gefährden könne.

Auch in Meierhofen: Heben um teures Geld – oder abreißen

Nun stellte sich heraus, dass allein die Hebung des Stegs in Winkling zwischen 60.000 und 100.000 Euro kosten würde. Das ist der Stadt zu teuer, zumal ja kein öffentlicher Geh- oder Radweg über die Brücke führt.

Anrainer sprechen sich allerdings vehement für die Erhaltung des Steges aus, der von vielen Leuten genutzt werde – was wiederum von der Stadt bezweifelt wird.

Ähnliches gilt für den Steg in Meierhofen. Auch der wird nicht intensiv genutzt und müsste um teueres Geld gehoben werden – oder eben abgerissen. Die Stadt hat sich nun dazu entschlossen, genaue Expertisen einzuholen.

Hydraulische Berechnungen werden in Auftrag gegeben

„Bevor Maßnahmen gesetzt werden, wollen wir nun noch einmal prüfen lassen, ob die beiden Brücken, wenn man sie belässt, wie sie derzeit sind, tatsächlich eine Gefährdung der Hochwasserschutzanlagen darstellen“, berichtet Umweltstadtrat Gerhard Haag.

Die Stadt wird genaue hydraulische Berechnungen in Auftrag geben. Die Kosten für die Modellierung, die Ergebnisdarstellung und die erforderlichen Besprechungen werden sich auf knapp 7.000 Euro belaufen.

„Wenn die Daten vorliegen, wird man erst wirklich sagen können, welche Maßnahmen getätigt werden müssen. Günstigstenfalls können die beiden Stege so bleiben, wie sie derzeit sind“, erklärt Hochwasserexperte Dieter Stadlbauer vom städtischen Bauamt. Wenn es allerdings durch Bäume zu einer Verklausung komme, die den Wasserdurchfluss negativ beeinflusse, „muss die Behörde entscheiden, was genau zu tun ist“, sagt Stadlbauer.