Erstellt am 05. April 2016, 04:50

Streit um City-Gäste. Mario Burger sieht "verbesserungswürdiges Image" als Grund für Kaufkraftverlust. Stadtchef-Konter: "Ein Nestbeschmutzer"

Mario Burger sorgt sich um die Innenstadt.privat  |  NOEN

3,2 Prozent Kaufkraft hat die Innenstadt zwischen 2006 und 2013 trotz des Bevölkerungswachstums laut Kano-Studie verloren. Wirtschaftsbund-Obmann Mario Burger ortet als Gründe für diese Entwicklung, dass St. Pöltens Image „verbesserungswürdig“ und die Stadt touristisch kaum positioniert sei. Die Kaufkraft, die Gäste beispielsweise in Krems ausgeben, fehle in der Landeshauptstadt schlicht.

Stadt solle verstärkt in Markenbildung investieren

Verschärft werde die Situation dadurch, dass die Zahl der Oberflächenparkplätze in der City zu gering sei. „Es mag sein, dass es genug Parkplätze in Tiefgaragen gibt. Wenn sie aber von den Kunden nicht angenommen werden, sind es keine Ersatzplätze“, führt Burger aus. Seine Vorschläge: Die Stadt solle verstärkt in Markenbildung investieren, die Oberflächenparkplätze am Domplatz nicht reduzieren und sich um die Errichtung eines Kongresszentrums bemühen. Dass das Land die Pläne zurück gestellt habe, sei kein Argument dagegen: „Zuerst muss es in der Stadt einen klaren politischen Willen geben.“

„Das Image St. Pöltens ist sehr gut"

Den gebe es seit Jahren, kontert Bürgermeister Matthias Stadler (SP). „Es freut mich, dass sich die Opposition auch einmal den Masterplan anschaut – dort ist die Forderung nach einem Kongresszentrum seit 2008 festgeschrieben.“ Burger solle sich aber bei den Parteikollegen im Land dafür einsetzen, dass die Stadt vom Land die notwendigen finanziellen Mittel bekomme. Was die Innenstadt angeht, sieht Stadler in Burger „einen Nestbeschmutzer, der sich bei Bevölkerung und Kaufmannschaft entschuldigen muss“.

Und weiter: „Das Image St. Pöltens ist sehr gut und das ist nur zu einem kleinen Teil der Verdienst der Politik.“ Vielmehr seien es Bevölkerung, Geschäftsleute und Hausbesitzer, die das positive Image der Stadt prägen. Und auch die Kritik, dass die Zahl der Touristen zu gering sei, lässt Stadler nicht gelten: Die Zahl der Nächtigungen habe sich in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht.