Erstellt am 17. November 2015, 05:08

Terror in Paris: „Verängstigt, aber auch wütend ...“. Die Studentin Carmen Steinkellner aus Aschbach war in der französischen Hauptstadt unterwegs, als es krachte.

Viele Menschen legten am Samstag und Sonntag nahe der Konzerthalle Bataclan Blumen nieder und zündeten Kerzen für die Opfer der Terroranschläge am Freitagabend an. Foto: AFP PHOTO/MIGUEL MEDINA  |  NOEN, APA/AFP/MIGUEL MEDINA
Schon im Fernsehen hatten die Bilder von den Anschlägen in Paris eine schockierende Wirkung. Eine, die den Terror vor Ort miterlebt hat, ist die 24-jährige Aschbacherin Carmen Steinkellner. Sie ist seit September in der französischen Hauptstadt, um dort ein Erasmus-Auslandssemester zu absolvieren.

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„Derzeit sind gerade meine Eltern (Rosina und Johann Steinkellner) zu Besuch. Wir waren am Freitag den ganzen Tag in der Stadt unterwegs, unter anderem auch am Place de la Bastille, der nicht weit von den Anschlagsorten entfernt ist. Als ich meine Eltern gegen 21.30 Uhr in ihr Hotel begleitet habe, sind uns viele Feuerwehr- und Polizeiautos aufgefallen, die mit Sirenen durch die Straßen Richtung Zentrum rasten. Da wussten wir aber noch nichts von den Anschlägen“, erzählt Steinkellner.

Gegen 22.30 Uhr hat Steinkellner sich dann selbst auf den Heimweg gemacht. Per Telefon hat sie von ihrem Freund, Michael Benk aus Amstetten, von den Explosionen beim Stade de France erfahren. Die Züge fuhren zu diesem Zeitpunkt schon unregelmäßig.

Steinkellner musste bei Châtelet, einer riesigen Metro-Haltestelle im Zentrum umsteigen. „Dort war es zwar ruhig, aber die Polizeipräsenz war hoch. Viele Leute, die da unterwegs waren, haben sehr verzweifelt gewirkt. Ich habe mir selber natürlich auch Sorgen gemacht, weil man ja zu diesem Zeitpunkt nicht genau gewusst hat, was da vor sich geht und ob es noch zu weiteren Attentaten kommt.“

Freund rief aus Amstetten an

Ihr Freund hielt sie per Handy von Amstetten aus auf dem Laufenden und so kam Steinkellner zum Glück ohne Zwischenfall zuhause an. „Über Facebook habe ich dann bei Bekannten und Freunden angefragt, ob es ihnen gut geht. Alle waren sehr erschüttert über die Anschläge und die vielen Opfer.“

Trotz des Ausnahmezustandes war Steinkellner am Samstag mit ihren Eltern unterwegs, um einige Sehenswürdigkeiten in der Stadt zu besichtigen.

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„Es war generell sehr wenig los auf den Straßen und viele Geschäfte, Museen und auch Sehenswürdigkeiten hatten geschlossen. Die Präsenz der Polizei aber auch des Militärs war sehr hoch. Ich hatte teilweise auch ein mulmiges Gefühl, weil man ja nie weiß, ob nicht doch noch etwas passiert. Man schaut sich die Leute, die einem begegnen, plötzlich viel genauer an. Jeder hier ist schockiert, verängstigt, aber auch wütend“, berichtet die Aschbacherin.

Am Montag war wieder Studium angesagt. Die Universitäten öffneten trotz Ausnahmezustand. „Ich hoffe, dass bald wieder etwas Normalität einkehrt“, sagt Steinkellner.