Erstellt am 03. Mai 2016, 04:34

von NÖN Redaktion

Trauer um Gunter Damisch. Ferschnitz verlor einen beliebten Gemeindemitbürger und großen Künstler – und die Stadt Amstetten einen ihrer anerkanntesten und kreativsten Kulturpreisträger.

Der anerkannte und beliebte Künstler und Kunstprofessor Gunter Damisch ist am Samstag verstorben. Foto: privat  |  NOEN, privat

Der bekannte Künstler Gunter Damisch starb am vergangenen Samstag an einer Krebserkrankung im Alter von 57 Jahren.

Der in Wien und Freidegg (Ferschnitz) lebende Künstler und Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien zählte zu den bedeutendsten Vertretern der österreichischen Gegenwartskunst.

Bekannt ist er besonders für seine farbintensiven Kunstuniversen voll schwebender Mikroorganismen oder Wimperntierchen.

„Region verliert großartigen, engagierten Künstler“

Damisch wurde am 20. Mai 1958 in Steyr geboren, wuchs aber in Neufurth auf und ging in Waidhofen/Ybbs zur Schule. Er studierte von 1978 bis 1983 an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er 1992 eine Gastprofessur (Meisterklasse für Grafik) übernahm. Seit 1998 war er dort ordentlicher Professor.

In den 1980er Jahren zählte Damisch zu den „Jungen Wilden“ der österreichischen Malerei. In seiner künstlerischen Laufbahn widmete er sich aber viel mehr als nur der Malerei. Objektkunst, Zeichnung, Fotografie oder Siebdruck waren noch weitere Tätigkeitsfelder des vielseitigen Künstlers.

Ein Zeugnis seiner Objektkunst ist etwa der „Weltwegbetrachter“, eine sieben Meter hohe Skulptur, die Gunter Damisch im Rahmen der Landesausstellung „Feuer und Erde“ 2007 am Hochkogel installierte.

Die Stadt Amstetten ehrte ihn schon 1993 mit dem Amstettner Kulturpreis der Bildenden Kunst. 1995 präsentierte Gunter Damisch unter dem Motto „Ausgangsort“ im Schloss Ulmerfeld – im Rahmen der 1000-Jahr-Feier – eine Bilanz seiner Schaffensperiode. Bestürzt ist Kulturstadträtin Ulrike Königsberger-Ludwig. „Die Region verliert mit Gunter Damisch einen großartigen, engagierten Künstler.“

Damisch hinterlässt seine Frau und einen erwachsenen Sohn. Er war in Ferschnitz ein sehr gern gesehener und beliebter Mitbürger.