Erstellt am 03. März 2016, 11:04

von Doris Schleifer-Höderl

Treuster Badegast: „Schwimme 100 Längen täglich“. Seit fast einem halben Jahrhundert ist Friedrich Stadlauer ein treuer Gast im Hallenbad Amstetten.

Beinahe täglich zieht Friedrich Stadlauer seine Bahnen im Hallenbad Amstetten. »Schwimmen ist seit meiner Kindheit meine große Leidenschaft!«  |  NOEN, Doris Schleifer-Höderl

"Ich fühle mich wie ein Fisch im Wasser", sagt Friedrich Stadlauer, rückt seine Schwimmbrille zurecht und zieht weiter seine Bahnen im 25-Meter-Sportbecken des Naturbades Amstetten. 100 sind es, die der pensionierte Sozialversicherungsangestellte fast täglich schwimmt. Rund eine Stunde benötigt er dafür.

„Es macht mir Spaß und hält mich fit“, sagt der 68-Jährige. Schon als kleiner Bub entdeckte er das kühle Nass als Freizeitbeschäftigung für sich. „Ich habe am Krautberg gewohnt und da war früher das Bad beim Friedhof. Es wurde mit dem Wasser aus dem Urlbach gespeist und hatte nur 17 Grad. Ganz schön kalt, aber das war mir egal. Ab meinem 7. Lebensjahr war ich mit meinen Freunden dort anzutreffen. Wir haben uns gegenseitig das Schwimmen beigebracht.“

Bis heute ist das Schwimmen für Stadlauer eine große Leidenschaft. „Eine Zeit lang habe ich auch Tennis meisterschaftlich betrieben und entdeckte das Golfen für mich. Aber Schwimmen geht mir über alles.“

Als Ende der 1960er-Jahre das Bad in der Amstettner Stadionstraße errichtet wurde, war Friedrich Stadlauer zwei bis dreimal in der Woche vor Ort. Seit seiner Pensionierung ist er fast täglich dort anzutreffen. Dass er eine Saisonkarte hat, versteht sich von selbst. „Irgendwie gehöre ich fast schon zum Inventar“, sagt Stadlauer lachend. „Für mich ist das Naturbad mein verlängertes Wohnzimmer!“

Nur montags hat er schwimmfrei

Hart trifft den Schwimmfan jeden September die Revision des Bades, die drei Wochen dauert. Grundsätzlich ist er froh, dass sich die Stadt das Naturbad noch leistet. „Meine Generation ist in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen. Das Hallenbad war damals eine Sensation und für mich ist es das heute noch.“ Früher, so erinnert er sich, sei das Bad auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt gewesen. „Heute ist das nicht mehr so, denn heute hat ja fast jeder Hausbesitzer einen Swimmingpool dabei.“

Stadlauer ist froh, dass das Hallenbad auch im Sommer geöffnet ist. „Natürlich nutze ich auch das Erlebnisbecken, den Schwimmteich und das Außenbecken. Aber den wahren Schwimmgenuss gibt’s nur im Sportbecken.“ Der Amstettner will seiner Leidenschaft noch lange frönen. „Ein Leben ohne Schwimmen kann ich mir gar nicht vorstellen. Eigentlich verwunderlich, dass ich nicht schon Schwimmhäute zwischen den Fingern habe.“