Erstellt am 04. November 2015, 04:47

von Hermann Knapp

„Neffentrick“ : Lüge durchschaut. Anruferin gab sich als Bekannte aus und wollte sich 22.000 Euro borgen. Neuhofnerin fiel darauf nicht herein.

Neffentrick. Die Täter haben vor allem ältere Opfer im Visier. In Strem und Bernstein waren die Opfer aber aufmerksam und verständigten die Polizei.  |  NOEN, zVg

Bei einer 55-jährigen Neuhofnerin läutete am 12. Oktober das Telefon. Eine Frau mit ausländischem Akzent war am Apparat und gab sich als entfernte Bekannte aus dem Ausland aus. Die Neuhofnerin wurde sofort misstrauisch und tat als glaubte sie, die Anruferin zu erkennen. „Bis du es Brigitte? Aus Deutschland?“, fragte sie. Die Frau stimmte sofort zu. Sie konnte ja nicht ahnen, dass es diese Brigitte aus Deutschland nicht gibt.

Die Neuhofnerin spielte das Spiel weiter mit und hörte sich die Lügengeschichte an, die die Anruferin ihr auftischte. Sie sitze gerade bei einem Notar in Wien, weil sie sich eine Wohnung kaufen wolle, erzählte die Frau. Und dafür brauche sie kurzfristig 22.000 Euro.
Natürlich wollte sie sich diese Summe von der Neuhofnerin leihen. Die Übergabe des Geldes sollte am nächsten Tag um 21 Uhr stattfinden.

Belästigung wurde zu viel 

Die Betrüger wollten aber auf Nummer sicher gehen. Die Neuhofnerin wurde in den folgenden Stunden von Anrufen ihrer „Bekannten“ regelrecht traktiert. Und einmal war sogar ein angeblicher Kriminalbeamter am Apparat und fragte nach einem Kollegen, der sich bei der Neuhofnerin aufhalten sollte. Das war offenbar ein Test, ob die Frau die Polizei eingeschaltet hatte.

Letztlich wurde aus der Geldübergabe nichts, denn der Neuhofnerin wurde die Belästigung zu viel und sie erklärte der Betrügerin, dass sie kein Geld bekommen werde. Die Polizei stellte fest, dass der Anruf aus Polen kam. Der Staatsanwaltschaft wurde eine Sachverhaltsdarstellung übermittelt.

Die Exekutive warnt die Bevölkerung davor, auf solche Anrufe einzugehen und womöglich Geld an einen Fremden zu übergeben. Auf jeden Fall ist es ratsam, in solchen Fällen die Polizei einzuschalten.