Erstellt am 14. Juni 2016, 04:10

von Daniela Führer

„VeggieMeat“ geht mit Ende Juni in Vollbetrieb. Lebensmittelerzeuger „VeggieMeat“ geht bald in Vollbetrieb und will rasch auf 30 bis 40 Mitarbeiter aufstocken.

ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki, NÖBEG-Geschäftsführer Stefan Chalupa, Bürgermeisterin Liselotte Kashofer, »VeggieMeat«-Geschäftsführer Johann Tanzer, Landesrätin Petra Bohuslav und »VeggieMeat«-Geschäftsführer Andreas Gebhart (v.l.) ließen sich die »vegini«-Burger schmecken.  |  NOEN, zvg

„Zu Beginn war noch Anspannung da, mittlerweile sind wir da schon angstbefreit, denn wir wissen, dass es schmeckt“, schmunzelt „VeggieMeat“-Geschäftsführer Johann Tanzer nach der Verkostung der neuartigen „veginis“, die von der Firma „VeggieMeat“ in St. Georgen/Ybbsfelde (im ehemaligen „Diamant“-Gebäude) produziert werden.

Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki und Medienvertreter machten sich am vergangenen Mittwoch vor Ort ein Bild des Unternehmens und ihrer veganen Erzeugnisse.

Alle Gäste fanden: „Das ist wirklich richtig gut“

In der Küche, Entwicklungsort der Fleischersatzprodukte, bereitete Mit-Geschäftsführer Andreas Gebhart drei Gänge zu: Burger, Pizza und Salat, allesamt kombiniert mit dem Erbsenproteinerzeugnis „vegini“ anstelle von Fleisch. Und alle Gäste waren sich einig. „Das ist wirklich richtig gut“, sagte etwa St. Georgens Bürgermeisterin Liselotte Kashofer und gab zu: „Wir hatten im Vorfeld schon auch Bedenken. Was sagen wir, wenn es nicht schmeckt?“

Vor der Verkostung führte Johann Tanzer seine Gäste durch die „heiligen“ Produktionshallen und zeigte ihnen das „Herzstück“, jene Maschine, in der die „vegini“-Produkte hergestellt werden. Das Gebäude wurde nach dem Kauf von der Firma Diamant im Vorjahr großflächig umgebaut. „Die Diamant-Halle war elf Meter hoch. Wir haben fast durchgehend eine Zwischendecke eingezogen, um auf zwei Ebenen optimale Produktionsbedingungen zu erhalten“, erklärte Tanzer. 4.000 Quadratmeter umfasst die Produktionsfläche nun.

Auf Basis von Erbsenproteinen wird das Produkt „vegini“ hergestellt. Erbsenprotein, Stärke, Sonnenblumenöl, Wasser und zum Teil Salz – mehr ist laut den Geschäftsführern in den Erzeugnissen nicht enthalten. Kein Soja, keine Zusatz- oder Konservierungsstoffe kämen zur Anwendung. „Und damit sprechen wir 60 Prozent der Bevölkerung an, Flexitarier, die nicht auf Fleisch verzichten, aber den Konsum reduzieren wollen“, sind die Geschäftsführer vom Erfolg ihres Produkts überzeugt.

Bis Ende Juni läuft noch die Testphase. „Dann starten wir offiziell“, verkündet Johann Tanzer.

VeggieMeat

Unternehmensziele

In den nächsten zwei, drei Jahren planen die „VeggieMeat“-Geschäftsführer, von aktuell 14 auf 30 bis 40 Mitarbeiter aufzustocken. Langfristig ist angedacht, sieben Tage pro Woche in drei Schichten zu produzieren. Der Vertrieb ist europaweit geplant.

Aktuell kann der Vorprozess zur Herstellung des Erbsenprotein-Grundstoffes nicht in Österreich stattfinden. Es mangelt an genügend Anbaugebieten und an Betrieben, die über die Technologie für den Vorprozess verfügen. Laut Geschäftsführer Johann Tanzer sei es jedoch realistisch, in zwei, drei Jahren das Basisprodukt Erbse – sogar Bio-Erbsen – direkt aus Anbaugebieten in Österreich zu beziehen. Laut Johann Tanzer gibt es dahingehend bereits Vorgespräche.

das „vegini“-Produkt

„vegini“ gibt es in vier Varianten: Natur, Italian style und zwei Kräuter-Varianten. Der „vegini“-Rohling wird auf Basis von Erbsenprotein entwickelt.