Erstellt am 22. Mai 2016, 05:14

von Leopold Kogler

Dialog mit Zuwanderern. In der Rathausgalerie Amstetten werden jene 70 Porträts präsentiert, die im Rahmen des Projekts „weggehen – ankommen – wo bleiben“ entstanden sind.

Kulturstadträtin, Nationalratsabgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig, Künstler Wilfried Leitner und Bürgermeisterin Ursula Puchebner (v.l.) bei der Eröffnung der Ausstellung zum Viertelfestival-Projekt »weggehen - ankommen - wo bleiben«. Foto: Leopold Kogler  |  NOEN, Leopold Kogler
In einer gemeinsamen Ausstellung wurden am Mittwochabend jene Porträts der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt, die das Resultat eines einzigartigen Projekts sind. In den letzten Monaten wurden 70 Zuwanderer von eben so vielen Künstlern gemalt, gezeichnet, in Druckgrafik ausgeführt, fotografiert, im Scherenschnitt dargestellt oder aus diversen Materialien auf dem Bildträger modelliert.

Die Ausstellung umfasst einen breiten Querschnitt von Menschen aus siebzig Ländern in ganz unterschiedlichen Darstellungen. In dieser besonders facettenreichen Präsentation gewinnt man einen Einblick in das Verständnis und die Darstellung von Menschen, die in Amstetten eine neue Heimat gefunden haben.

Teil eines dreiteiligen Projekts

Das Projekt, von Wilfried Leitner mit höchstem Engagement vorbereitet und durchgeführt, ist ein Glanzlicht des Viertelfestivals, das dieses Jahr im Mostviertel Station macht. Die „Porträt-Ausstellung“ ist ein Teil des dreiteiligen Projekts, das auch noch 19 Displays von Heiner Brachner mit Geschichten der Zugezogenen in der Innenstadt einschließt sowie eine visuelle Begegnung von Schülern der HLW Amstetten mit allein reisenden Flüchtlingskindern aus Syrien.

Bei der Vernissage am Mittwochabend wurden die Beschäftigung und Offenheit einer Stadt gegenüber Zuwanderern und die Fähigkeit zum Umgang mit Zuwanderung von verschiedenen Seiten beleuchtet. Nach eindrucksvollen Statements zur Situation der Zugewanderten von Nationalrätin Ulrike Königsberger-Ludwig eröffnete Bürgermeisterin Ursula Puchebner die Ausstellung „weggehen – ankommen – wo bleiben“.

Viele Menschen waren gekommen, so viele, dass man die Vernissage im Rathaushof abhalten musste. „Eine offene Stadt ist eine lebenswerte Stadt. Ziel muss es sein, dass jene, die gekommen sind, um in Amstetten ihr Leben zu leben, um zu Amstetten und seiner Entwicklung beizutragen, zu stolzen Amstettnern werden“, sagte Ursula Puchebner bei der Eröffnung.