Erstellt am 18. Mai 2015, 10:57

von Daniela Führer

Von Wallsee nach Amstetten: „Bewegung ist Therapie“. Am 3. Juni führt die Fahrradstaffel „Sympath on tour“, die auf die neurodegenerative Krankheit Parkinson aufmerksam macht, von Wallsee nach Amstetten.

Franz Schlemmer (l.) und Wilhelm Schmutz (r.), Gründer der Selbsthilfegruppe »Parkinson Aktiv NÖ West«, werden selbst bei der Fahrradstaffel mitradeln. Im Vorfeld konnten sie bei Wolfgang Resch (Mitte), Inhaber des Radfachhandels Ginner, außergewöhnliche Fahrräder testen.  |  NOEN, Schlemmer
„Parkinson -Patienten können trotz Krankheit sehr gut Radfahren, einzig die Sicherheit in kritischen Situationen fehlt. Das Auf- und Absteigen kann zum Problem werden, oder wenn man in Situationen plötzlicher Enge gerät, dann kann es vorkommen, dass der ganze Körper einfriert. Wir nennen das ,Freezing‘“, erklärt Wilhelm Schmutz aus Amstetten, der gemeinsam mit dem Euratsfelder Franz Schlemmer 2009 die Selbsthilfegruppe „JUPPS Parkinson aktiv NÖ-West“ gegründet hat.

Am 3. Juni wird Halt in Amstetten gemacht

Um auf Situationen wie diese hinzuweisen und die Bevölkerung über die neurodegenerative Krankheit aufzuklären und sie zu sensibilisieren, wurde im Rahmen des EU-geförderten Forschungsprojekt „Sympath“ gemeinsam mit der Parkinson Selbsthilfe Österreich eine beispielhafte Fahrradstaffel quer durch Österreich ins Leben gerufen.

Am 30. Mai geht es in Innsbruck los. Bis nach Wien radeln von der Krankheit Betroffene, unterstützt von gesunden Radfahrern jeden Alters, renommierten Parkinson-Experten und lokalen Prominenten. Am 3. Juni macht die Staffel Halt in Amstetten.

„Von Berufskollegen über Hobbyradfahrer und Politiker wie Bürgermeisterin Ursula Puchebner oder Nationalratsabgeordneten Andreas Hanger haben schon viele zugesagt, uns an diesem Tag zu begleiten“, freuen sich Wilhelm Schmutz und Franz Schlemmer.

Bewegung hat enormen Einfluss auf Krankheit

Die Parkinson-Selbsthilfegruppe „JUPPS“ kümmert sich um den Ablauf bei der NÖ-Teilstrecke. Übrigens kann man auch an mehreren Punkten zusteigen: Gestartet wird um 13 Uhr in Wallsee beim Parkplatz Donaukraftwerk.

Um 13.30 Uhr kommt die Staffel in Stephanshart (Gasthaus Parlament) an, um 14.30 Uhr bei der Autobahnpolizei und um 15 Uhr erfolgt der Empfang am Amstettner Hauptplatz. Dort gibt es auch eine Ausstellung mit ausführlichen Infos über Parkinson und den aktuellen Forschungsstand.

Dabei wird es auch interaktiv: Simulatoren wie zum Beispiel Handschuhe, die ein Zittern auslösen, sollen die Symptome der Krankheit für Nichtbetroffene spürbar machen.

Mitradler können sich telefonisch melden

Wie wichtig Bewegung für Parkinson-Patienten ist, erklärt Wili Schmutz: „Führende Parkinsonärzte haben herausgefunden, dass die Krankheit zu 50 Prozent mit Bewegung therapiert werden kann. Parkinson hindert einen also nicht daran, am Leben aktiv teilzunehmen!“

Ziel des EU-geförderten Forschungsprojekt „Sympath“ ist übrigens die klinische Weiterentwicklung eines Impfstoffes gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Multisystematrophie (MSA). Es wurde bereits eine innovative Impfstrategie in die Phase der klinischen Erprobung gebracht.

Alle Mitradler werden gebeten, sich bei Franz Schlemmer (0664/731 448 84) oder Christl Kaufmann (0677/612 75 917) anzumelden.