Amstetten , Mauer

Erstellt am 12. Juli 2017, 04:45

von Hermann Knapp

Region Amstetten bewirbt sich um Landesausstellung 2023. Landesklinikum Mauer und Remise Amstetten als Standorte vorgesehen. Vermutliches Thema: Gesundheit.

Das Landesklinikum Mauer mit seinen Jugendstilbauten und seiner über 100-jährigen Geschichte soll einer der Standorte für die Landesausstellung 2023 sein.  |  Archiv

Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Region wird sich um die Landesaustellung 2023 bewerben – mit zwei Standorten. Einer davon ist das Landesklinikum Mauer: Damit liegt auf der Hand, worum sich die Schau thematisch drehen dürfte: um Gesundheit allgemein sowie um seelische und geistige Gesundheit im Speziellen.

Jugendstilensemble einzigartig in Österreich

Moststraßenobfrau Michaela Hinterholzer bestätigt, dass die Region eine Bewerbung vorbereitet. „Näheres dazu werden wir noch im Juli bei einer Pressekonferenz bekanntgeben“, hält sie sich inhaltlich aber noch bedeckt. Das Landesklinikum Mauer hat natürlich geschichtlich und baulich Interessantes zu bieten.

1898 wurde beschlossen, eine „Irrenanstalt“ für 1.000 Patienten zu errichten. 1902 wurde die Anlage von Kaiser Franz Josef II. eröffnet. Das Jugendstilensemble ist einzigartig in Österreich. Dunkle Zeiten hat das Klinikum auch erlebt. Im Rahmen des Euthanasiegesetzes des Dritten Reiches wurden zahlreiche Patienten in der Krankenanstalt ermordet und mindestens 800 Patienten in andere Institutionen transportiert (wie Hartheim), wo sie ums Leben gebracht wurden.

Als zweiter Standort für die Schau ist offenbar die alte Remise beim Amstettner Bahnhof (am Europan-Gelände) ins Auge gefasst. Thematisch hat das insofern eine Logik, weil ja Stadt und ÖBB bei der Verwertung des Areals rund um den Bahnhof einen Schwerpunkt auf Gesundheit legen möchten (Primärversorgungszentren in Form von Gruppenpraxen zur Entlastung der Ambulanzen im Spital, Pflegefachschule et cetera)

Schon im Herbst wollen Moststraße und Stadt die Unterlagen für die Landesausstellung 2023 einreichen. „Es wird sicher auch noch einige andere Bewerber geben, aber ich denke, dass wir mit unserem Konzept gute Chancen haben, den Zuschlag zu bekommen“, ist Hinterholzer zuversichtlich.