Amstetten

Erstellt am 01. Dezember 2016, 11:45

von NÖN Redaktion

Blinde Katze „Susi zu Tode gequält“?. Katzenbesitzerin verdächtigt Mädchen das Tier gefangen gehalten zu haben. Sie hat Anzeige bei Staatsanwaltschaft erstattet.

Die blinde Susi war rund vier Wochen lang verschwunden. Als sie gefunden wurde, war sie völlig abgemagert und starb.  |  NOEN, privat

„Unsere blinde Katze Susi wurde von Kindern zu Tode gequält“ – behauptet ihr Frauchen. Das Tier habe acht Jahre lang unter dem Balkon ihres Hauses in Allersdorf gewohnt und sich aufgrund seiner Erblindung in einem Umkreis von nur fünf Metern bewegt. „Am 29. September wurde Susi dann von Kindern nichtdeutscher Muttersprache verschleppt und war trotz intensiver Suche wochenlang nicht aufzufinden“, berichtet die Frau.

Bei Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Tierquälerei erstattet

Am 30. Oktober entdeckten Anrainer die Katze – in sehr schlechtem Zustand. „Sie war innerhalb dieses Monats von 3,5 auf 1,3 Kilogramm abgemagert. Wir haben sie sofort zum Tierarzt gebracht, doch eineinhalb Tage später sei sie gestorben“, berichtet Susis Frauchen. Sie hat bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Tierquälerei erstattet.

Hauptverdächtige ist für sie ein zehnjähriges Mädchen. „Wir wissen von anderen Kindern, dass es die Katze am Spielplatz schon in der Vergangenheit zwei Mal eine Rutsche hinunterrutschen ließ, ohne sie aufzufangen. Einmal hat es mit zwei weiteren Kindern versucht, die Katze unter dem Balkon zu fangen. Eine Nachbarin hat das aber verhindert.“ Das Mädchen leugnet, das Tier „entführt“ zu haben.

Ermittlungsauftrag ist noch nicht an Beamten ergangen

Im Verfahren wird nun der Ersatz für die offene Tierarztrechnung gefordert. „Wobei es nicht ums Geld geht, denn das würden wir dem Tierschutzverein Amstetten weitergeben. Es geht darum, aufzuzeigen, dass so eine Tat nicht ungestraft bleibt. Ich hätte überhaupt nicht gedacht, dass ein Mädchen dazu fähig ist. Aber offenbar haben diese Kinder eine andere Einstellung zu Tieren. Wir müssen daher bei ihnen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Tiere Lebewesen sind wie wir. Am besten wäre es, wenn das auch verstärkt in der Schule passieren würde.“

Bei der Amstettner Polizei bestätigt man, dass ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft anhängig ist. Ein Ermittlungsauftrag ist in der Causa an die Beamten bislang aber noch nicht ergangen.