Erstellt am 14. Januar 2016, 16:51

von Hermann Knapp

VP-Neujahrsempfang erstmals in Amstetten. Neuer Chef, neue Ideen: Kaum im Amt hat ÖVP-Bezirksobmann Andreas Hanger auch schon einen neuen Akzent gesetzt.

 |  NOEN, Hudler
Der Neujahrsempfang der Volkspartei des Bezirks wurde vom Meierhof des Stiftes Seitenstetten nach Amstetten in die Pölzhalle verlegt. „Das hat zum Teil organisatorische Gründe, aber auch durchaus strategische.

Wir wollen die Amstettner ÖVP künftig vom Bezirk her noch stärker unterstützen“, erklärte Hanger.  Der Neujahrsempfang in Seitenstetten habe der VP bisher immer großen Rückenwind gegeben, was sich auch darin zeige, dass es im Teilbezirk St. Peter nur „schwarze“ Bürgermeister gäbe.  „Dieses Erfolgsmodell wollen wir auf den gesamten Bezirk ausdehnen.“

Wandel ist das bestimmende Element

Höhepunkt der Veranstaltung am Mittwochabend war aber natürlich die Festrede von Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka, der bekannt prägnant die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme und Herausforderungen analysierte.

Der Wandel sei das bestimmende Element. „Wir können zum Beispiel davon ausgehen, dass von 20 Berufen, die es heute gibt, in 20 Jahren nur noch sechs übrig sein werden. Daher kommt dem lebenslangen Lernen immer größere Bedeutung zu“, sagte Sobotka. Er sprach aber auch die steigende Lebenserwartung der Menschen an. Diese bringe mit sich, dass man sich neue Programme für eine sinnvolle Lebensgestaltung der älteren Generationen überlegen müsse – zum Beispiel Seniorenuniversitäten.

Eine große Herausforderung für die Gesellschaft sieht der Landeshauptmannstellvertreter  auch in der Zunahme der Singlehaushalte: in NÖ immerhin schon 34 Prozent aller Haushalte. Das stelle den Wohnungsbau und auch die Kinderbetreuung vor neue Herausforderungen. Die Institution Ehe, diagnostizierte Sobotka, wandle sich hin zu einer Lebensteilzeitpartnerschaft.

Aufgabe der Politik sei es, auf alle diese Veränderungen zu reagieren und die Menschen zu leiten. „Die Hirnforschung sagt uns, dass 60 Prozent unserer Landesleute sich mit dem stetigen Wandel schwer tun. Unsere Aufgabe ist es daher, sie zu begleiten und ihnen vor allem die Chancen aufzuzeigen, die sich daraus ergeben.“

Die eigenen Werte wahren

Natürlich nahm Sobotka auch zum Flüchtlingsthema Stellung. Er hält eine Diskussion über Obergrenzen für sinnvoll. So wie im letzten Jahr könne es in den nächsten Jahren nicht weitergehen, ist er überzeugt. Integration könne nur funktionieren, wenn man den Zuzüglern auch Wohnungen und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen könne. Für Sobotka ist es auch wichtig, die eigenen Werte zu bewahren und zu verteidigen. „Den säkularisierten Staat dürfen wir ebenso wenig preisgeben wie das allgemeine Wahlreicht für Männer und Frauen.“

Ein klares Nein kam von Sobotka zum momentanen „Regulierungswahn“ in der Wirtschaft. „Wir brauchen nicht den generellen Verdacht gegen unsere Unternehmer, sondern wir müssen ihnen Luft zum Arbeiten geben, denn nur dann werden sie erfolgreich sein können. Im Besonderen gilt das für junge Unternehmer“, appellierte Sobotka. Einige Jungunternehmer aus dem Bezirk erhielten beim Neujahrsempfang auch gleich Gelegenheit, sich und ihre Firmen den mehr als 800 Zuschauern zu präsentieren.