Erstellt am 08. Januar 2016, 05:38

von Hermann Knapp

Wasserschutzgebiete für Brunnen der Stadt. Quellen in Wasserring und Allersdorf werden künftig besser geschützt. Jahrelange Verhandlungen zeigen Erfolg.

Stadtrat Laurentius Palmetshofer (l.) und Stadtwerkedirektor Robert Simmer freuen sich, dass das Wasserschutzgebiet in Allersdorf endlich Realität geworden ist. Foto: Stadtwerke  |  NOEN, Stadtwerke Amstetten
Es ist ein Meilenstein für Amstetten: Seit 2011 haben die Stadtwerke mit Grundbesitzern in Allersdorf und im Bereich Wasserring über die Schaffung mehrerer Hektar großer Wasserschutzgebiete für die dort befindlichen Brunnenanlagen verhandelt. Nun sind die Gespräche in die Zielgerade eingebogen.

Im Bereich Wasserring mit Grundbesitzern handelseins

„In Allersdorf haben wir uns mit den Grundbesitzern geeinigt und es gab auch schon eine Wasserrechtsverhandlung. Dort brauchen wir nur noch die Tafeln aufzustellen, die das Wasserschutzgebiet anzeigen“, sagt Stadtwerkedirektor Robert Simmer.

Auch im Bereich Wasserring ist man mit den Grundbesitzern inzwischen handelseins, dort fehlt allerdings noch die Wasserrechtsverhandlung. Diese wird voraussichtlich im Februar stattfinden.

Eine Entschädigung erhalten all jene Grundbesitzer, die im künftigen Wasserschutzgebiet Flächen landwirtschaftlich nutzen, weil sie nun strenge Auflagen beachten müssen (siehe unten).

Waldbesitzer hätten gesetzlich eigentlich keinen Anspruch auf eine Entschädigung, die Stadtwerke leisten aber freiwillig eine Abschlagszahlung. Bei den Entschädigungen handelt es sich um einmalige Beträge.

Folgende Generationen werden dankbar sein

„Die Schaffung der Wasserschutzgebiete ist eine Maßnahme, für die uns auch noch die folgenden Generationen dankbar sein werden, denn dadurch werden unsere Vorräte auf lange Zeit hinaus gesichert“, sagt Simmer. Immerhin stellen die Stadtwerke das Wasser für 30.000 Menschen in Amstetten, Winklarn, Viehdorf und Oed-Öhling bereit.

Ein Schongebiet gab es um die Brunnen in Allersdorf und Wasserring schon bisher, allerdings war das ein eher zahnloses Instrument, das den Schutz der Quellen nicht wirklich sicherstellen konnte. In einem Schutzgebiet sind die Auflagen wesentlich schärfer.

Der Brunnen in Allersdorf ist übrigens derzeit nicht in Betrieb. Er musste schon im Jahr 1994 vom Netz genommen werden, weil der Atrazingehalt des Wassers (vermutlich aufgrund des Einsatzes von Pestiziden im Bereich um die Quelle) zu hoch war.

„Wir kontrollieren natürlich regelmäßig und seit einigen Jahren ist die Qualität des Wassers wieder sehr gut. Doch bevor wir die Quelle wieder ans Netz bringen können, müssen wir die Brunnenanlage erneuern. Immerhin war sie zwanzig Jahre lang nicht in Betrieb“, sagt Wassermeister Wolfgang Hackl.

Im Laufe der nächsten sieben Jahre soll das aber geschehen. Mengenmäßig hat die Stadt übrigens keine Sorgen. Der Brunnen in Wasserring liefert 120 Liter pro Sekunde, jener in der Doislau 50 Liter pro Sekunde und in Allersdorf wird man auf eine Fördermenge von 150 Litern pro Sekunde kommen.

Schutzgebiet-Infos

Geo-Experten des Landes haben die Grundwasserströme in Allersdorf und Wasserring ermittelt. Aufgrund ihrer Daten wurden die Schutzgebiete festgelegt.

Verboten ist dort unter anderem:

  • Die Errichtung von Betrieben, bei denen wassergefährdende Stoffe eingesetzt werden.

  • Die Ausbringung von Stallmist, Gülle, Jauche, Stickstoffdüngern, Pflanzenschutzmitteln etc., auch Tierhaltung im Freien.

  • Die Errichtung von Wasser-Wasser-Wärmepumpen.

  • Die Errichtung von Tiefensonden.