Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:03

von Claudia Stöcklöcker

Gehörnter ging auf Polizisten los. 54-Jähriger verbarrikadierte sich in seiner Wohnung. Ehefrau befürchtete Schlimmstes.

 |  NOEN, APA

"Ich habe nicht gewusst, dass man sich als österreichischer Staatsbürger nicht in der eigenen Wohnung einsperren darf", entrüstet sich ein 54-jähriger Amstettner. Wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt sitzt der Mann vor dem Richter. Ob er sich schuldig bekennt? „Nein! Aber habe ich gegen die Aussage von fünf Polizisten eine Chance?“, fragt er im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Und: „Herr Rat, was würden Sie tun, wenn Ihre Frau wochenlang nicht heimkommt?“

Rot sah der 54-Jährige wegen eines Nebenbuhlers. Er rastete aus, stritt mit seiner Frau, schmiss Kleidung aus einem Fenster seiner Wohnung und verbarrikadierte sich dann in dieser. Die Frau verständigte die Exekutive. Ein Polizist erzählt: „Eine Dreiviertelstunde haben wir vor der Tür auf ihn eingeredet. Keine Reaktion. Und dann hat er sich sehr unglücklich verhalten.“

"Aggressiv und nicht kooperativ"

Die Feuerwehr brach die Tür auf. Der 54-Jährige soll dann versucht haben, auf einen Exekutivbeamten einzuschlagen, auf einen zweiten hinzutreten. „Aggressiv war er und nicht kooperativ“, berichtet der Ordnungshüter. „Dass Sie wütend waren, ist menschlich nachvollziehbar, dass ihre Frau einen anderen hat, wird wohl schon so sein. Das Funktionieren der Rechtspflege muss aber sichergestellt werden“, erklärt der Richter dem 54-Jährigen.

Für den bislang Unbescholtenen setzt es fünf Monate auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.