Erstellt am 18. Mai 2016, 04:44

von Ingrid Vogl

Wikinger-Bar: Inventar wird versteigert. Am Samstag wird das gesamte Inventar der Tanzbar versteigert. Nach dem Abriss kann noch heuer mit dem Bau von 29 Wohnungen gestartet werden.

Diese Woche werden sämtliche Gastroeinrichtungen und Gastrogeräte der Wikinger-Tanzbar versteigert. Nach Abbruch des Gebäudes soll noch heuer mit dem Bau von 29 Wohneinheiten (junges und betreutes Wohnen) begonnen werden. Foto: Vogl  |  NOEN, Ingrid Vogl
Alles muss raus. So lautet am Samstag die Devise in der Wikinger-Tanzbar. Von der gesamten Gastroeinrichtung bis hin zur Musikanlage und sämtlichen Dekorationsgegenständen kommt ab 10 Uhr alles unter den Hammer.

Stolze 776 Positionen umfasst die 15 Seiten lange Versteigerungsliste. „Es war ungefähr ein Monat Arbeit, das alles zu archivieren“, erklärt Wikinger-Besitzer Wilhelm Dorfmayr.

„Sicher ist da auch Sentimentalität dabei“

Nach 51 Jahren geht die Geschichte des Familienunternehmens Wikinger nun endgültig zu Ende. Seit 30. Jänner ist die Kult-Tanzbar bereits geschlossen, in den nächsten Monaten wird das Gebäude abgerissen und macht Platz für ein Wohnhaus und eine Anlage mit 29 Wohneinheiten.

Dass ein Stück Familiengeschichte um einen Spottpreis verscherbelt wird, bereitet Dorfmayr, der das Unternehmen 1983 von seinen Eltern übernahm, natürlich Wehmut. „Aber andererseits investieren wir damit in einen Umbau, denn meine ältere Tochter wird nach dem Abriss am Gelände ein Privathaus bauen“, kann der Ernsthofner der Versteigerung auch Positives abgewinnen.

„Das war eine notwendige Entscheidung. Sicher ist da auch Sentimentalität dabei, aber als Unternehmer muss man unternehmerisch denken. Gefühle haben da keinen Platz. Und ich kann ja nicht alles aufheben. Dafür müsste ich eine Halle mieten“, unterstreicht Dorfmayr, wie viel Inventar in all den Jahren zusammengekommen ist.

Ortschef Huber: „Projekt ist auf Schiene“

Dass die Wikinger viel früher als ursprünglich vorgesehen ihre Pforten schloss, beschleunigt auch das am Gelände geplante Wohnbauprojekt der Waldviertler Genossenschaft.

„Das Projekt ist auf Schiene. Wenn mit den Förderungen alles passt, dann kann noch heuer mit dem Bau begonnen werden“, bestätigt Bürgermeister Karl Huber. Das Projekt habe den Gestaltungsbeirat passiert und wurde für in Ordnung befunden, erfuhr der Ortschef bei einer Besprechung mit der Genossenschaft in der vergangenen Woche.

Das Wohnbauprojekt sieht insgesamt 29 Wohnungen vor, die sowohl für junges als auch für betreutes Wohnen genutzt werden sollen. „Geplant ist halbe-halbe. Die Wohnungstypen sind aber ziemlich ähnlich, sodass je nach Nachfrage getauscht werden kann“, informiert Huber. Eine weitere Informationsveranstaltung bezüglich betreutem Wohnen ist geplant.

Infos zur Auktion:

  • Auktionstag: Samstag, 21. Mai, ab 10 Uhr.

  • Besichtigung: Donnerstag, 19. Mai, von 10 bis 16 Uhr; Freitag, 20. Mai, von 13 bis 19 Uhr.

  • Flohmarkt: Zwei Wochen nach der Versteigerung gibt es für alles, das in der Auktion nicht verkauft wurde, einen Flohmarkt.