Wolfsbach

Erstellt am 09. August 2016, 04:01

von Desiree Haselsteiner und Daniela Führer

Feueranschlag bei FF-Chef: Erneute Brandstiftung!. Zwei Mal war in der Vorwoche die Wohnung des FF-Kommandanten Ziel des Feuerteufels. Er und seine Lebensgefährtin mussten mit einer Rauchgasvergiftung ins Spital.

Pixabay/Public Domain

Bereits zum fünften Mal binnen drei Wochen schlug der „Feuerteufel“ von Wolfsbach zu. Vergangene Woche war gleich zwei Mal die Wohnung des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Wolfsbach, Wolfgang Schäffer, das Ziel des Brandstifters.

Bei der ersten Brandattacke von Donnerstag auf Freitag gegen ein Uhr nachts riss der Feuermelder der Familie Schäffer diese aus dem Bett. „Ich wollte nur nach dem Rechten sehen, dachte mir nicht viel dabei. Dass meine Gartenmöbel brannten, damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt Schäffer gegenüber der NÖN. Er griff sofort ein und konnte den Brand auch noch vor Eintreffen seiner Feuerwehrkollegen löschen.

„Wir sind glimpflich davon gekommen. Aber es herrscht ein mulmiges Gefühl und ich hoffe, dass der Täter bald gefasst wird“

FF-Kommandant Wolfgang Schäffer

Der „Feuerteufel“ gönnte der Familie aber keine Ruhe. In der Nacht von Samstag auf Sonntag die nächste Feuerattacke: „Wir kamen gerade von einer Hochzeit eines Feuerwehrkollegen nach Hause, auf einmal schmiss jemand ein brennendes Tuch durch unser Fenster“, berichtet Schäffer.

Glücklicherweise konnte das Paar auch dieses Feuer sofort löschen, beide wurden aber mit einer leichten Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Steyr gebracht. „Wir sind glimpflich davon gekommen. Aber es herrscht ein sehr mulmiges Gefühl und ich hoffe, dass der Täter bald gefasst wird“, sagt Wolfgang Schäffer.

Fuchsberger: „Tappen alle im Dunkeln“

Das hoffen nicht nur die Feuerwehrkameraden und Bewohner von Wolfsbach, über die Gemeindegrenze hinaus ist man nervös. „Alle sind schon ein wenig verzweifelt, denn man weiß nicht, wer ist der nächste und wann passiert es wieder“, weiß Haags Abschnittsfeuerwehrkommandant und Bezirkskommandantstellvertreter Josef Fuchsberger. „Dieser Gedanke an das nächste Wann und Wo zerrt an den Nerven. Jetzt erlitten zwei Personen Schäden, da rückt die ganze Angelegenheit auch strafrechtlich in eine andere Liga.“

Er hört auch immer wieder von seinen Kameraden, wie sehr sich die Wolfsbacher den Kopf über den Täter zerbrechen: „Es tappen aber alle im Dunkeln, keiner kann sich vorstellen, wer es sein könnte.“

Das Landeskriminalamt St. Pölten ermittelt bereits seit Beginn der Feueranschlagsserie und hat nun die beiden weiteren Fälle von Brandstiftung auf seiner Liste. Die Polizei ist auch sehr präsent im Ort und bittet um Mithilfe der Bevölkerung. Wer zu den Tatzeiten verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, diese zu melden: Landeskriminalamt unter 059133/303333 und die Polizeiinspektion St. Peter unter 059133/3112.

Chronologie:

  • Vor drei Wochen schlug der Feuerteufel das erste Mal zu – zwei Mal in wenigen Tagen. Am Freitag, 15. Juli, 3.05 Uhr, wurde das Hackschnitzellager mitten im Ort in Brand gesteckt. Zwei Tage später, am Sonntag, 17. Juli, gegen 1 Uhr früh, wurde in einem Stadel im Ortsgebiet ein Feuer gelegt, das von Anrainern jedoch rasch wieder gelöscht werden konnte.
  • Am Freitag, 29. Juli, erneut kurz nach 1 Uhr, musste die Feuerwehr Wolfsbach wieder ausrücken. Diesmal stand eine Gartenhütte lichterloh in Flammen.
  • Vergangene Woche war die Wohnung von Feuerwehrkommandant Wolfgang Schäffer zwei Mal das Ziel des Brandstifters, wieder am Freitag und am Sonntag jeweils kurz nach Mitternacht.