Erstellt am 12. Januar 2015, 10:39

von Pia Seiser

Allergene: Vorsicht ist sinnvoll. Die neue EU-Lebensmittelverordnung ist für 80 Prozent der NÖN.at-User sinnvoll. 20 Prozent halten sie für eine Schikane.

Die Informationen für Allergiker müssen nicht nur in der Gastronomie geboten werden. Auch der Handel ist von der Lebensmittelverordnung der EU betroffen. Vor allem Bauernmärkte und Feinkostläden, wo den Kunden offene Ware angeboten wird.  |  NOEN, APA/HANS KLAUS TECHT
Seit einem Monat ist die EU-Lebensmittelverordnung jetzt in Kraft. Das bedeutet: In der Gas tronomie und auch im Handel müssen die Konsumenten auf allergene Stoffe in den Lebensmitteln hingewiesen werden.

Ist diese Verordnung Schikane? „Nein“ sagen 80 Prozent der NÖN.at-User. Insgesamt haben 3.750 Teilnehmer abgestimmt.

Etliche Gastwirte sehen das aber anders und halten die Kennzeichnungspflicht für einen unnötigen Arbeitsaufwand, wie etwa Hans Bauer aus Neunkirchen: „Ich bin jetzt 50 Jahre Koch, es gab vielleicht zehn Mal den Fall, dass jemand allergisch war. Dann sagt das der Gast aber auch gleich bei der Bestellung.“

Heinrich Staudinger aus Schrems sieht die Verordnung als „absurde Schikane“ an. In der Speisekarte will er die allergenen Stoffe – wie viele seiner Kollegen – auch weiterhin nicht ausweisen: „Kellner und Köche geben gerne Auskunft.“

Mündliche Auskunft statt Umschreiben der Speisekarte – das ziehen viele Gastwirte vor. „Alle, die ihre Karte oft ändern oder Menüs anbieten, haben einen enormen Mehraufwand. Damit bestraft man Regionalität und Saisonalität und fördert stattdessen Eintönigkeit und den Einsatz von Fertigprodukten“, ärgert sich Waidhofens Schlosswirt Andreas Plappert. Unter den NÖN-Usern halten 20 Prozent die Verordnung für eine Schikane.

Neben aller Kritik gibt es in Niederösterreichs Gastronomie aber auch andere Meinungen. So sieht Dieter Nathaniel aus St. Veit die neue Regelung als „Chance für die Gastronomie“. Menschen könnten so mit unterschiedlichen Essgewohnheiten zusammen in seinem Restaurant speisen.

Auch Susanna Karas aus Wiener Neustadt nimmt es gelassen: „Ich sehe das als Auffrischung. Auch wenn Betriebe eine große Speisekarte umschreiben müssen, ist das eine einmalige Arbeit.“


Stimmen aus NÖ:

Karl Müllner, St. Veit:
„Ich befinde es für gut, allergene Stoffe auszuweisen, auch wenn ich selbst nicht von Allergien betroffen bin. Der Aufwand für die Wirte ist gering, und es ist sehr nützlich.“

Gerhard Rass, Korneuburg:
„Es ist eine Schikane für die Gastronomie. Es sollte wieder so sein, wie es war. Häufige allergene Stoffe sind oft noch gar nicht angeführt, da muss man sowieso nach wie vor nachfragen.“

Carina Wagner, Gradnitz:
„Grundsätzlich ist diese Verordnung nicht schlecht. Auch der Aufwand für die Gastronomie hält sich dabei in Grenzen. Ich habe eine Laktoseintoleranz, daher ist es für mich ein großer Vorteil.“

Renate Mathä, Rosenau:
„Die Speisekarten werden schwerer leserlich und verlieren Ästhetik. Bei vielen Speisen wirkt es sogar fast lächerlich, wenn Inhaltsstoffe deklariert werden, die offensichtlich enthalten sind.“