Erstellt am 27. Juli 2014, 18:37

von Madeleine Kopitschek

Binnen-I spaltet NÖ. Um in der deutschen Sprache zu gendern, braucht man das Binnen-I. Etwa die Hälfte der NÖN-Leser will dessen Abschaffung.

 |  NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka / Söllner

Das Binnen-I stößt derzeit bei manchen auf wenig Gegenliebe, denn es ist umständlich zu schreiben und stört auch beim Lesen. Nun hat eine Gruppe prominenter Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur die Diskussion um das Binnen-I ins Rollen gebracht. Sie forderten in einem offenen Brief die „Rückkehr zur sprachlichen Normalität“.

Zu diesem Thema hat sich auch die NÖN bei ihren Lesern erkundigt, wie sie zum Binnen-I stehen. 54 Prozent der Teilnehmer der Online-Umfrage sind der Meinung, dass das Binnen-I abgeschafft werden sollte.

Binnen-I? „Das ist doch hirnrissig"

Ebenso wird in der Politik nun über das Binnen-I diskutiert, auch hier spricht man sich teilweise für eine Abschaffung aus. Barbara Fasching, FPÖ-Gemeinderätin aus Dietmanns: „Ich brauche das Binnen-I nicht. Ich finde dieses Vergendern nicht in Ordnung. Wenn ich mich in meinem Umfeld umhöre, dann sind die meisten Leute auch eher dagegen, das Binnen-I zu verwenden.“

Auch FPÖ-Bezirksobmann Peter Immervoll sen. in Gmünd teilt diese Meinung: „Das ist doch hirnrissig. Das Binnen-I bringt einer Frau gar nichts. Das ist Genderwahn.“

Leistungen der Frauen auch sprachlich anerkennen

Dennoch gibt es noch immer einige Freunde des Binnen-I.
Monika Hofmann, Gemeinderätin der SPÖ in Horn: „Es gibt so viele Faktoren, wo Frauen benachteiligt werden. Es wäre wichtig, Frauen zumindest in der Sprache als gleichwertig anzuerkennen. Schließlich sind die Leistungen von Frauen genau so gut, wenn nicht sogar oft besser. Da geht es auch darum, das auch sprachlich anzuerkennen.“

Josefa Widmann, Bezirksleiterin der ÖVP-Frauen in St. Pölten weiß, dass es bei der Diskussion um mehr geht, als nur das Binnen-I: „Es geht um die Wertschätzung gegenüber Frauen. Die Frauen sollen nicht wieder verschwinden, man soll nicht nur die Männer ansprechen.“


Stimmen aus NÖ

Julia Majka, Furth:
„Ich bin dafür, das Binnen-I abzuschaffen, da das Gendern meiner Meinung nach unnötig ist. Derzeit herrscht ja die gleiche Problematik bei der Bundeshymne vor.“

Peter Marchhart, St. Pölten:
„Es gibt auch andere Möglichkeiten, Gleichberechtigung zu schaffen. Das Binnen-I ist nicht alltagstauglich und fügt sich nicht in die etablierte Sprache ein. Eine Abstimmung sollte entscheiden.“

Jakob Kraner, Vitis:
„Die Form bestimmt auch den Inhalt mit. Deshalb ist auch eine formale Gleichstellung wichtig, nicht nur die inhaltliche. Die männliche und weibliche Form auszuschreiben, wäre optimal.“

Marianne Liebhart, Sallapulka:
„Ich finde die Diskussion um das Binnen-I sinnlos. Wenn ich etwa lese und da nur „Kunde“ steht, fühle ich mich als weibliche Person trotzdem genauso angesprochen. Es gibt wichtigere Themen.