Erstellt am 04. August 2014, 10:31

von Madeleine Kopitschek

Gegen Allergen-Infos. Speisen, die Allergien oder Unverträglichkeiten hervorrufen können, müssen ausgewiesen werden. Mehrheit der Leser dagegen.

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Allergiker sollen in Zukunft in Restaurants besser über die Inhaltsstoffe der Speisen informiert werden. Denn ab 13. Dezember ist es Pflicht, dass die Gastronomen bei Speisen alle Zutaten, die Allergien oder Unverträglichkeiten hervorrufen können, anführen müssen.

Laut der Regelung ist es auch möglich, dass die Gäste mündlich informiert werden, es müssen jedoch für die Mitarbeiter schriftliche Aufzeichnungen über die Inhaltsstoffe zur Verfügung stehen.

„Richtig glücklich ist mit dieser neuen Verordnung kein Gastwirt im Bezirk und auch darüber hinaus. Die Allergiker wissen doch selbst am besten Bescheid, was sie unbedenklich essen können und was nicht“, meint Gerhard Maschler, Wirt in Wienersdorf und Bezirksobmann der Gastronomen im Bezirk Baden.

Klares Umfrage-Ergebnis: EU-Verordnung unnötig

Auch die NÖN-Leser teilen diese Meinung: Bei der NÖN-Online-Umfrage sagten 66 Prozent, dass diese EU-Verordnung unnötig sei.

Viele Wirte sind aber froh, dass sie nicht ihre Speisekarten komplett ändern müssen, sondern auch eine mündliche Auskunft möglich ist.

Wirtin Nicole Enzerdorfer von der Pizzeria Speranza in Ernstbrunn: „Unsere Speisekarte hätte sonst ausgesehen wie ein Telefonbuch.“ Ebenso Ewald Haider vom Landhotel Fischl in St. Oswald hat schon eine Idee, wie die Regelung am besten umgesetzt werden soll: „Wir werden uns wahrscheinlich mit einem Aufsteller behelfen, der darauf hinweist, dass wir gerne Auskunft geben.“

In der Wirtschaftskammer zeigt man Verständnis für die Wirte. Peter Hopfeld, Obmann der Wirtschaftskammer Stockerau: „Es ist vor allem bei den kleineren Betrieben nachzuvollziehen, wenn manche das Handtuch werfen, denn es ist schon ein Wahnsinn, was alles verlangt wird. Es wird wieder komplexer.“
 


Stimmen aus NÖ

Bettina Gschaider, Bad Vöslau: „Prinzipiell halte ich diese Regelung für überflüssig, da Betroffene sich sowieso informieren und nachfragen. Die Optik auf der Speisekarte ist dann ebenfalls fragwürdig.“

Wolfgang Haberl, Inning bei Hürm: „Die EU-Auflagen sind ein Trauerspiel. Viele meiner Gäste wird das kaum interessieren, die Betroffenen sagen ihre Wünsche bei den Bestellungen. Die EU soll sich um die wirklichen Probleme in Europa kümmern.“

Nadja Spitaler, Kleinengersdorf: „Ich finde es sicher nicht schlecht. Für Gastronomen ist es ein großer Aufwand, aber für Allergiker ist es gut. Andererseits ist es bisher auch so gegangen. Allergiker wissen eh, was sie essen können.“

Martin Mostögl, Wiener Neustadt: „Für jene, die starke Allergien haben, ist es sicher sinnvoll. Ich persönlich finde es etwas abschreckend. Teilweise sind zu dicke Speisekarten einfach störend.“