Erstellt am 03. November 2014, 11:47

von Teresa Sturm

Jobkiller Facebook: Vorsicht im Internet. Manche Stellenbewerber werden aufgrund ihres Facebook-Auftritts abgelehnt. Auch NÖN-Leser sehen diese Gefahr.

 |  NOEN, Fahrnberger

In der Vorwoche hat die NÖN gefragt, ob Facebook eine Gefahr für den Job darstellt. Denn immerhin 50 Prozent aller Personalverantwortlichen in Unternehmen informieren sich über Stellenbewerber im Internet. 13 Prozent davon haben Kandidaten nach der Facebook-Recherche schon abgelehnt. Sind die Menschen inzwischen zu unachtsam, was deren Postings auf Social-Media-Plattformen betrifft?

Hans Schultheis vom AMS, zuständig für Tulln, Klosterneuburg und Purkersdorf, sieht das Thema zwiegespalten: „Einerseits kann man sich auf sozialen Plattformen sehr wohl positiv für einen Arbeitgeber präsentieren, andererseits sind zu viele Informationen aus dem Privatleben für einen Arbeitgeber wohl eher abschreckend.“

Jeder ist selbst verantwortlich

Sein Tipp ist daher, sich nie mit Vorgesetzten auf Facebook zu befreunden. Denn: Profile auf sozialen Medien könnten durchaus die Meinung des Arbeitgebers beeinflussen, warnt Schultheis.

Personalberater Norbert Etz aus Schwechat beruhigt allerdings: „Auch wir verwenden das Internet als Recherche-Instrument, aber ich denke, dass die Angst, bei jeder Bewerbung auch über Web vollständig durchleuchtet zu werden, unbegründet ist.“ In den Personalabteilungen würden dafür die Ressourcen fehlen. Allerdings sei eine Person schnell gegoogelt, von der dann auf das Image des Unternehmens geschlossen werden könne. Schlussendlich sei aber jeder selbst dafür verantwortlich, wie er sich in der Öffentlichkeit zeigt.

Die NÖN-Leser teilen zwar die Meinung, dass Social Media Plattformen nicht als „Feind“ betrachtet werden sollen, sondern dadurch viele Vorteile entstehen. Wissen muss man aber, wie man diese verwendet. Denn sonst, da sind sich 78 Prozent der NÖN-Online-Umfrage einig, stellt Facebook eine Gefahr für den Job dar.

 


Stimmen aus NÖ

Katharina Schmid, Sommerein: „Wenn man nicht ganz seriöse Fotos oder Textmeldungen in Facebook stellt, kann es durchaus passieren, dass sich das dann negativ bei der Jobsuche auswirken kann.“

Christina Rabitsch, Schwechat: „Man sollte Facebook und auch andere Social Media Plattformen nicht als Feind betrachten. In Zeiten wie diesen ist es meiner Meinung nach sogar wichtig, damit umgehen zu können.“

Fabian Buchner, Tullnerbach: „Ich denke, dass Social-Media-Seiten sehr viel von potenziellen Arbeitgebern kontrolliert werden. Man sollte immer darauf achten, dass keine allzu schlimmen Fotos im Netz herumschweben.“

Susanne Ergott-Basawi, Schwechat: „Ich persönlich verwende Facebook nicht, aber natürlich kann ich mir vorstellen, dass Arbeitgeber es nutzen, um sich ein Bild zu machen. Man muss genau abwägen, was man preisgibt.“