Erstellt am 24. November 2014, 06:02

von Teresa Sturm

Kindern geht es gut. In Niederösterreich steigen die Geburtenzahlen. Und laut 84 Prozent der NÖN-Leser geht es unseren Kindern auch gut.

Symbolfoto  |  NOEN, BilderBox

Laut Statistik ist die Geburtenrate in Niederösterreich in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 3,2 Prozent gestiegen. Alternative Geburtsmethoden und immer mehr Beratung, vor allem bei der ersten Geburt, locken auch werdende Mütter aus dem Ausland. Doch ist die Gesellschaft auch wirklich gut genug zu den Kindern?

Ingrid Nedelik, Hebamme am Klinikum Hainburg, erklärt, wie man dort versucht zu unterstützen: „Wir bieten den werdenden Müttern im Rahmen der Geburtsvorbereitung und der -nachbetreuung ein breites Angebot an. Dazu gehören Geburtsvorbereitungskurse im Haus, ambulante und auch anonyme Geburt, Unterstützung durch Homöopathie und vieles mehr.“

Auch in Neunkirchen gibt es Neuerungen. Seit Kurzem gibt es eine Hebammensprechstunde. Primarius Albert Knauder ist sich sicher: „Wenn schon in der Schwangerschaft ein persönlicher Kontakt und somit ein Vertrauensverhältnis zur Hebamme aufgebaut wird, ist es für die werdende Mutter bei der Geburt auch leichter.“

Gute Infrastruktur als Motivation

Gunda Gutscher, Hebamme aus Neulengbach, sieht den Grund für die ansteigenden Geburtenzahlen in der Tatsache der absoluten Kinderfreundlichkeit in der Region. „Schulen, Kindergärten, Wohnsituation, die gesamte Infrastruktur eben trägt dazu bei, dass sich die Leute vermehrt dazu entschließen, Kinder zu bekommen“, so die Hebamme.

Einige der befragten NÖN-Leser merkten an, dass durch die schnelllebige Zeit auch weniger mit Kindern unternommen wird und die emotionale Bildung in der Familie weniger wird. Auch der steigende Leistungsdruck und dass Kinder oft als Störfaktor wahrgenommen werden, wurde kritisiert. Allerdings denken 84 Prozent der NÖN-Leser sehr wohl, dass es Kindern in unserer Gesellschaft gut genug geht.


Stimmen aus NÖ

Roland Zierhofer, Wiener Neustadt:
„Ich finde, dass Kinder in Österreich sehr gute Grundbedingungen vorfinden. Im Vergleich zu anderen Staaten steht unser Heimatland ausgezeichnet da.“

Karl Leithner, Bruck:
„Nein, ich glaube nicht, dass es Kindern gut genug geht. Der Jugend wird, gerade in den Familien, zu wenig Harmonie vermittelt. Dabei ist aber nicht nur die Gesellschaft, sondern jeder Einzelne gefordert.“

Thomas Selhofer, Gloggnitz:
„Materiell sind Kinder heute sicher gut versorgt. Im sozial emotionalen Bereich ist es nicht so. Kinder beschäftigen sich zu viel mit Computer bzw. Handy und bauen so weniger Beziehungen auf.“

Stefan Lehner, Mödling:
„Im Vergleich zu anderen Ländern haben Kinder bei uns keine ganz so hohe Priorität. Bei der Betreuung und auch beim Krippenangebot hört man immer, dass wir aufholen müssen.“