Erstellt am 26. Januar 2015, 11:05

von Pia Seiser

Zentralmatura: "Nein" zu Umstellung. Ein ganz klares Ergebnis liefern die NÖN.at-User: 94 Prozent stimmten gegen die Zentralmatura als beste Variante.

 |  NOEN, Panthermedia/Viktor Cap/BAWA
Schon seit Jahren ist die Zentralmatura immer wieder in aller Munde und wurde auch schon in einigen Schulen getestet. Zwischen 5. und 13. Mai wird sie heuer schließlich erstmals verpflichtend an allen AHS durchgeführt.

Aber: Ist die Zentralmatura wirklich die beste Variante? „Nein“ sagen 94 Prozent der 4.204 NÖN.at-User, die diesmal abgestimmt haben.

Wie setzt sich diese neue Matura eigentlich genau zusammen? Aus drei Säulen: der vorwissenschaftlichen Arbeit, drei oder vier schriftlichen Prüfungen (Deutsch, Mathematik, lebende Fremdsprachen oder Altgriechisch und Latein) und mündlichen Prüfungen, deren Inhalte nicht zentral vorgegeben werden. Ist ein Schüler in der ersten oder zweiten Säule negativ, kann er trotzdem zur mündlichen Prüfung antreten. Die Vorbereitungszeit ist gekürzt worden.

Lehrerschaft gespalten

Niederösterreichs AHS-Direktoren und -Lehrer sehen der Änderung gespalten entgegen. Lehrer Martin Seitz aus dem Gymnasium Keimgasse in Mödling: „Die Schüler kennen es ja nicht anders. Die Lehrer müssen sich dagegen erst daran gewöhnen, die Angaben nicht beeinflussen zu können.“

Unproblematisch sieht die Umstellung Eva Zillinger, Direktorin des Konrad-Lorenz-Gymnasiums in Gänserndorf. Ihre Schule macht schon seit zehn Jahren beim Schulversuch Zentralmatura mit: „Wir haben auch in Französisch und Latein mitgemacht und immer sehr gute Ergebnisse erzielt.“

"Wie das Öffnen eines Überraschungseis“

Viele Schulen, wie das Brucker Gymnasium, kritisieren die Umstellung aber, vor allem wegen der kurzen Übergangsfrist. „Das ist wie das Öffnen eines Überraschungseis“, meint etwa eine Brucker Englisch-Lehrerin. Und AHS-Direktorin Ingrid Lehner-Pfennigbauer aus Hollabrunn: „Die Erfahrungswerte des Vorjahres geben jedenfalls zu denken.“


Stimmen aus NÖ

Sonja Gruber, Groß-Schweinbarth:
„Die Lehrer wissen selbst nicht genau Bescheid. Schwerpunkte der Schulen werden nicht berücksichtigt. Es ist noch Informationsarbeit zu leisten, und eine längere Einführungsphase wäre hilfreich.“

Sabine Brandstetter, Droß:
„Ich finde die Zentralmatura gut, weil die Ergebnisse vergleichbar sind. Die Matura sollte ein bestimmtes Niveau haben. Die Vorlaufzeit für Schüler und Lehrer war hoffentlich ausreichend.“

Dagmar Rosenberger, Fugging:
„Die Zentralmatura ist sicher nicht der richtige Weg. Auch innerhalb von Fächern gibt es an Schulen verschiedene Schwerpunkt-Setzungen. Vereinheitlichte Fragen sind daher nicht zielführend.“

Ines Taschl, Kirchberg:
„Die Zentralmatura ist nicht der richtige Weg, weil dadurch die In-dividualität der Schulen verloren geht und das Niveau der Matura nicht angehoben wird.“