Erstellt am 19. März 2016, 05:04

Ein Finanzplan fürs Studium. Über vielen Studierenden und deren Eltern schwebt die Frage nach der Finanzierung des anvisierten Studiums wie eine schwarze Wolke. Zeit, sich mit den Förderungen auseinanderzusetzen, die es für Studierende gibt.

Mit Förderungen kann gespart werden.  |  NOEN, Shutterstock.com/Aaron Amat
Zwischen 600 und 1.000 Euro im Monat benötigt ein Student in Österreich durchschnittlich, um seine Ausgaben decken zu können – also für Wohnen, Lehrmaterial und Sonstiges, das man zum Leben braucht. Neben familiärer Unterstützung und Nebenjobs kann das Studium über Förderungen und Zuschüsse finanziert werden.

Familienbeihilfe als erste Anlaufstelle

Die erste Anlaufstelle ist das Finanzamt, es ist zuständig für die Familienbeihilfe. Die Familienbeihilfe wird bis zum 25. Lebensjahr gewährt, wenn man die Mindeststudienzeit und zusätzlich zwei Toleranzsemester nicht überschreitet und kein Einkommen über 10.000 Euro im Jahr bezieht. Dabei muss man beachten, dass man nach dem ersten Studienjahr einen Studienerfolgsnachweis erbringen muss. Die erbrachten Leistungen müssen mindestens 16 ECTS-Punkte ausmachen. Damit man den Anspruch auf Familienbeihilfe nicht verliert, darf das Studium nicht öfter als zweimal gewechselt werden.

Zusätzlich sollte jeder Studierende einen Antrag auf Studienbeihilfe stellen. Der niedrigste monatliche Beihilfe-Betrag beträgt fünf Euro, der höchste 679 Euro. Voraussetzung dafür ist soziale Bedürftigkeit und ein positiver Studienerfolg.

Der Anspruch auf Studienbeihilfe wird nach dem Einkommen der Eltern berechnet und entspricht der Anzahl der Semester der Mindeststudiendauer plus ein Toleranzsemester. Studienbeihilfebeziehern, die Studienbeiträge bezahlen müssen, wird ein Studienzuschuss gewährt.

Vom Arbeitsplatz zurück in den Hörsaal 

Für jene, die den umgekehrten Weg wählen – vom Berufsleben ins Studium – gibt es das Selbsterhalterstipendium. Der Anspruch darauf besteht, wenn man vor der Antragstellung mindestens 48 Monate durchgehend, bei einem jährlichen Mindestbezug von mehr als 7.272 Euro, gearbeitet hat. Die Altersgrenze erhöht sich bei mehr als vier Jahren nachgewiesenen Selbsterhalts auf 35 Jahre. Der höchstmögliche Zuschuss als Selbsterhalter sind 679 Euro pro Monat. Wenn man ein Kind hat, erhöht sich der Betrag monatlich um 67 Euro.

Für die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln zum Studienort vergibt das Land NÖ einen finanziellen Zuschuss für Studierende mit niederösterreichischem Hauptwohnsitz. Bis zum 26. Geburtstag kann man sich einen Fahrtkostenanteil zurückholen, wenn über 50 Euro pro Semester aufgewendet wurden. Maximal sind es 75 Euro.

Traum vom Studieren im Ausland wird gefördert

Da Studieren im Ausland nicht nur bei Studierenden beliebt ist, sondern auch am Jobmarkt gefragt ist, gibt es auch hier Zuschüsse. Als Studienbeihilfebezieher erhält man zusätzlich eine monatliche Auslandsbeihilfe. Der Maximalbetrag beträgt 582 Euro (für die teuersten Länder) und kann für die Höchstdauer von 20 Monaten gewährt werden. Auch vom Land NÖ gibt es eine Förderung: das TOP Stipendium Ausland. Unterstützt werden Studierende ingenieurwissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher und gesundheitswissenschaftlicher Richtungen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere TOP Stipendien, vom TOP Stipendium Karriere, bei dem ein Beschäftigungsverhältnis von mindestens 20 Stunden pro Woche Voraussetzung ist, bis zum TOP Stipendium Sprachoffensive, das das Erlernen der Nachbarsprachen Tschechisch, Slowakisch und Ungarisch fördert.

Fleiß macht sich finanziell bezahlt

Gute Noten und studieren in Mindestzeit wird mit dem Leistungsstipendium belohnt. Die Vergabe erfolgt durch verschiedene Bildungseinrichtungen. Die zu erfüllenden Kriterien sind daher unterschiedlich. Grundsätzlich wird aber ein Studienjahr für die Berechnung herangezogen, der Notendurchschnitt darf nicht mehr als 1,8 ausmachen und es müssen mindestens 20 Semesterstunden absolviert werden.

Bei Radio und Fernsehen gibt es ebenfalls eine Entlastung: Studierende können um eine Rundfunkgebührenbefreiung und einen Telefonzuschuss ansuchen.

www.studieren.at

Check-Liste Praktikum

Viele Studienrichtungen sehen ein Pflichtpraktikum als Ergänzung zum Studium vor. Meistens liegt ein Ausbildungsverhältnis vor. Wie unterscheidet es sich von einem Arbeitsverhältnis?

  • Es entfällt die Lohnverpflichtung des Arbeitgebers.
  • Man kann sich auf ein Taschengeld einigen.
  • Im Vordergrund stehen der Lern- und Ausbildungszweck, nicht das Erbringen von Arbeitsleistung.
  • Es dürfen nur Tätigkeiten angeordnet werden, die dem Ausbildungszweck dienen.
  • Der Praktikant ist nicht an verpflichtende Arbeitszeiten und -anweisungen gebunden.


Tipp: Praktikanten sollten Aufzeichnungen über Arbeitszeiten und Tätigkeiten führen.

www.arbeiterkammer.at