Erstellt am 21. Juli 2014, 00:01

von Madeleine Kopitschek

Softgun nicht verbieten. Umfrage / Derzeit wird diskutiert, ob die Spielzeugwaffe „Softgun“ verboten werden soll. NÖN-Leser halten Verbot für nicht notwendig.

Bei einem Lokalaugenschein vor Ort sollen die tödlichen Schüsse noch einmal rekonstruiert werden.  |  NOEN, Feigl

Nach dem Vorfall, bei dem ein Tankstellenräuber durch Schüsse von der Polizei getötet worden war, weil er eine Softgun zückte, ist die Diskussion über Spielwaffen wieder ins Rollen gekommen. Denn diese Art der Spielwaffen sieht täuschend echt aus. Über ein generelles Verbot herrscht jedoch Uneinigkeit. Überraschendes Ergebnis der NÖN-Online-Umfrage: Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer stimmten gegen ein Verbot der Softgun.

Auch das Gesetz ist in Österreich nicht überall gleich. Klaus Enengl von der Jagdstube Enengl in Zwettl: „Es ist teilweise auch in den Bundesländern verschieden. Ich persönlich verkaufe meine Modelle nur an Personen ab 18 Jahren, da lasse ich mich auf nichts ein. Wenn sich ein jüngerer Kunde dafür interessieren sollte, muss er mit seinen Eltern kommen.“

„Ab fünf Metern ist kein Unterschied mehr zu erkennen“

Vor allem die Waffenexperten wissen, dass es schwierig ist, eine Softgun von einer echten Waffe zu unterscheiden. „Ab fünf Metern ist kein Unterschied mehr zu erkennen“, sagt Joachim Fehringer aus Marbach, der einen Armyshop besitzt.

Robert Frohner, Waffenhändler aus Zistersdorf ist gegen Softguns: „Aus unserer Sicht sind Softguns eigentlich Spielzeug, das nicht verkauft werden sollte. Ich war immer gegen derartige Waffen, weil sie täuschend echt aussehen, man mit ihnen aber im Vergleich zu einer echten Waffe nichts machen kann.“

Für die Waffenhändler ist es wichtig, dass die Kunden aufgeklärt sind, wie gefährlich auch eine „Spielzeugwaffe“ sein kann. „Ich frage nach, warum jemand eine solche Waffe kaufen will, weil Gas- und Softairwaffen kann man oft nicht einmal in der Nähe erkennen, das Gegenüber wird sich wehren und dann ist man der Verlierer. Und zur Abschreckung von Einbrechern sind Softguns völlig ungeeignet“, erklärt Karl Teicher aus Eschenau, der auch Waffen verkauft.


DIE NÖN-ONLINE-UMFRAGE

Stimmen aus NÖ

Gerald Tanzer, Zwettl:
„Im Prinzip habe ich kein Problem damit, dass die Softguns frei erhältlich sind, mit der aktuellen Beschränkung des Luftdruckes. Für den Verkauf sollte man aber ein Alter von 18 Jahren festlegen.“

Maria Palwein, Türnitz:
„Softguns gehören ganz verboten. Sie sind auch kein Spielzeug. Sie schauen so echt aus, man kann sie von einer wirklichen, tödlichen Waffe nicht unterscheiden.“

Andreas Schön, Albrechtsberg:
„Sie können den Eindruck erwecken, es handle sich um echte Waffen. Als Spielzeug sollten sie nicht verkauft werden. Generell sollte man Waffen zurückdrängen.“

Tom Pirstl, Leopoldsdorf:
„Spielzeugwaffen zu verbieten wäre sinnlos, da meiner Meinung nach die Wurzel des Problems an diversen Computerspielen liegt. Der Zugang zu brutalen Spielen wird den Kindern und Jugendlichen viel zu leicht gemacht.“