Erstellt am 24. März 2016, 05:04

von NÖN Redaktion

„Ich war jeden Tag aufs Neue beeindruckt“. Die 21-jährige Marlene Bauer aus Enzenreith hat im Wintersemester 2014 ein Auslandssemester in Luzern, Schweiz, absolviert. Bereut hat sie das keine Sekunde.

Die Berge hat Marlene Bauer, Studierende der FH St. Pölten, in der Schweiz am meisten genossen.  |  NOEN, privat

Mit welchen drei Wörtern würden Sie Ihren Aufenthalt in Luzern beschreiben?
Marlene Bauer: Wunderschön, schweineteuer und lernintensiv.

Welche Anfangsschwierigkeiten gab es, als Sie in der Schweiz angekommen sind?
Bauer: Die Sprache war auf jeden Fall eine Schwierigkeit, ich habe am Anfang einfach gar nichts verstanden. Die Kurse waren dann aber eh hochdeutsch.

Die Schweiz gilt nicht unbedingt als billig. Wie konnten Sie sich den Aufenthalt finanzieren?
Bauer: Das Problem war bei mir, dass es das erste Jahr war, in dem es Erasmus in der Schweiz nicht mehr gegeben hat. Ich hatte Ersparnisse und meine Eltern und meine Oma haben mich unterstützt. Es war aber schon sehr teuer. Die Wohnungsmiete war dort doppelt so teuer wie bei uns.

Was werden Sie von dieser Zeit in Erinnerung behalten?
Bauer: Die Schweiz hat Seen und Berge wie Österreich, aber es ist dort viel eindrucksvoller. Ich war jeden Tag aufs Neue beeindruckt, es ist echt unglaublich. Das sehen die Einheimischen dort genauso. Es ist alles irgendwie ländlich, weil man dauernd die Berge sieht.

Was war an der Uni in der Schweiz anders als an der FH St. Pölten?
Bauer: Man muss dort für einen Kurs ein ganzes Buch lernen und dann eine sechsstündige Prüfung drüber schreiben, das war schon heftig. Bei uns ist es üblich, nur bestimmte Kapitel zu lernen. Auch Wiederholungstermine gibt es in Luzern keine.

Welche Tipps würden Sie Studierenden mitgeben, die so wie Sie auch Auslandserfahrungen sammeln wollen?
Bauer: Man sollte sich vorher über Stipendien informieren, die Finanzierung ist so wichtig. Außerdem sollte man vorher checken, wie man wo hinkommt und welche öffentlichen Verkehrsmittel man braucht. Man kann sich also schon vorbereiten, aber auf das Leben dort nicht. Ich würde vieles auf mich zukommen lassen. Man gewöhnt sich relativ schnell an die neuen Umstände. Es ist schön, wenn man was Neues erlebt und aus seinem normalen Alltag rauskommt.

Man hört oft, dass die Anrechnung von Kursen ein Problem bei einem Auslandssemester darstellt. Wie war das bei Ihnen?
Bauer: Die Anrechnung von den Kursen hat bei mir zwar relativ gut funktioniert, aber man muss sich vorher die Inhalte der angebotenen Kurse genau anschauen, damit das übereinstimmt! Selbst, wenn man die Pflichtgegenstände alle besucht, bleibt einem dann immer noch Zeit für andere Kurse, die einen noch mehr interessieren.

Gab es Momente, in denen Sie es bereut haben, ins Ausland gegangen zu sein?
Bauer: Nur kurz vor der Prüfungszeit habe ich mich gefragt, ob ich deppert bin. Alle Prüfungen waren innerhalb von zwei Wochen. Das darf man echt nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber eigentlich habe ich es nie bereut und auch nie Heimweh gehabt, weil ich eh so viel Neues erlebt habe.


Stipendien für Auslandssemester im Überblick

Auslandsbeihilfe: Studierende, die schon Studienbehilfe beziehen, können um Auslandsbeihilfe ansuchen. Der Betrag ergibt sich aus den Lebenserhaltungskosten des jeweiligen Landes.

Erasmus: Das Förderprogramm der Europäischen Union unterstützt Auslandsaufenthalte für Studierende und Praktikanten. Die Hochschule muss am Erasmus-Programm aber teilnehmen.

Topstipendium Land NÖ: Um das Stipendium zu erhalten, muss man in NÖ einen Wohnsitz haben. Gefördert werden im Rahmen der Topstipendien der Landesakademie NÖ Auslandssemester und postgraduale Ausbildungen.

Joint-Study: Heimuni und Gastuni müssen ein bilaterales Abkommen haben. Joint-Study bietet sich an, wenn keine Uni im Wunschland am Erasmus-Programm teilnimmt.